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Mauretanien: Not im Flüchtlingslager

Mauretanien: Not im Flüchtlingslager
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Mehr als 50.000 Flüchtlinge aus Mali leben im Flüchtlingslager “ in Mauretanien. Vertrieben hat sie der Konflikt im Norden Malis, wo sich Tuareg-Rebellen seit Jahrzehnten gegen die Regierung auflehnen.

Rund 400.000 Menschen sind seit 2012 vor den Auseinandersetzungen geflohen, viele haben Schutz in den Nachbarstaaten Niger, Burkina Faso und Mauretanien gesucht. Ein im Mai 2015 geschlossenes Friedensabkommen hat die Lage kaum verbessert.

„Sie greifen Menschen auf der Straße an, nehmen ihnen alles und töten sie dann“, berichtet ein Flüchtling namens Omar. „Auf diese Weise habe ich in meinem Dorf viele Nachbarn verloren. Auch mich haben sie angegriffen, deshalb bin ich hergekommen.“

Jede Woche treffen rund sieben Familien in M'bera ein. Die Personalien werden aufgenommen, dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur Anerkennung als Flüchtling. Geleitet wird das Lager vom UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Die Mitarbeiter haben große Mühe mit dem Andrang und fordern mehr Unterstützung.

„Wir erhalten schlicht und ergreifend nicht das Geld, das wir benötigen. Die Kosten des UNHCR in Mauretanien waren im vergangenen Jahr nur zu 15 Prozent gedeckt. Nur fünf Prozent der Mittel, die das Welternährungsprogramm im Dezember für die Lebensmittelausgabe brauchte, standen zur Verfügung. Das heißt: Wir können die Menschen, die hier sind, nicht versorgen“, betont Fadela Novak vom UNHCR´.

Dass die Flüchtlinge eines Tages nach Mali zurückkehren können, ist ungewiss. Kurz nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens im Jahr 2015 wagten es Zehntausende und standen in der Heimat vor Trümmern. Die Infrastruktur ist oft mangelhaft, eine Aussicht auf Arbeit und damit eine Zukunft gibt es kaum. Ihre Alternative ist das Flüchtlingslager.

„Ich werde vier Tage lang bleiben und das Zelt mit der Hilfe meines Vetters aufbauen, der auch hier ist“, sagt der Flüchtling Omar.

euronews-Reporterin Monica Pinna kommentiert:

„Der Konflikt in Mali zieht alle Blicke auf sich, während die Last, die von den Nachbarländern getragen wird, um den malischen Flüchtlingen zu helfen, kaum wahrgenommen wird. Diese Warnung hat das UNHCR herausgegeben. Für tausende Flüchtlinge hier in Mauretanien begann das neue Jahr ohne die Gewissheit, essen zu können, und ohne Unterkunft.“