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Mauretanien: Unterricht für malische Füchtlingskinder

Mauretanien: Unterricht für malische Füchtlingskinder
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Mali kommt nicht zur Ruhe: Islamistischer Extremismus, Gewalt zwischen Ethnien und Banditentum in dem westafrikanischen Land nehmen eher zu. Seit 2012 sind über 135.000 Menschen in Nachbarländer wie Mauretanien geflohen.

Euronews-Reporterin Monica Pinna:"Wir sind im Flüchtlingslager Mbera im Südosten Mauretaniens, nahe der Grenze zu Mali. Hier leben über 55.000 malische Flüchtlinge, 58 Prozent von ihnen sind Kinder. Wie kann man sie vor Missbrauch, Kinderheirat und vor dem Schicksal als Kindersoldat schützen? Mit Bildung."

In Mbera besuchen rund 300 Kinder eine weiterführende Schule. Der Unterricht findet in einem Zelt statt, eine neue mit EU-Mitteln für humanitäre Hilfe finanzierte Schule ist noch im Bau. Die Lehrer richten sich nach dem malischen Bildungsprogramm, zusätzlich gibt es Arabischunterricht. UNICEF und UNHCR, die die Ausbildung koordinieren, finden nur schwer Lehrer:

"Ich habe in Mali an einem Lehrerseminar studiert. Meine Fachgebiete sind Mathematik, Physik und Chemie - für die Sekundarstufe", erzählt der Lehrer Mohamed Attacher.

Die Kinder haben Traumata und Bildungslücken

In Mbera bekommen rund 6000 Kinder Unterricht auf verschiedenen Stufen, insgesamt gibt es über 20.000 Kinder im Schulalter. Die Schüler haben Traumata und Bildungslücken.

"Es sind keine normalen Schüler, sie haben viel verpasst. Sie haben nicht viel gelernt in Mali, weil sie sich im Busch verstecken mussten, sie kommen direkt aus der Wildnis. Wir bringen ihnen so viel wie möglich bei", sagt Mohamed Ali Aghattaye, ein weiterer Lehrer.

Euronews-Reporterin Monica Pinna: "Ich bin in der Schule Nummer 4 zusammen mit Viola vom UNHCR. Wir besuchen einige der Schulklassen, das ist eine Grundschule, die Kinder sind zwischen sechs und ungefähr 12 Jahren alt, oder?"

Viola Bruttomesso, UNHCR: "Ja, ungefähr 12 Jahre."

Euronews: "Schauen wir uns das mal an, ich höre die Kinder schon."

Es gibt Initiativen für weiterführenden Unterricht. Im vergangenen Jahr schlossen über 60 Prozent die Grundschule ab, rund 2000 Schüler tauchten nicht zur Grundschulprüfung auf.