33 Jahre nach Reaktorkatastrophe: Tschernobyl wird zur Touristen-Attraktion

33 Jahre nach Reaktorkatastrophe: Tschernobyl wird zur Touristen-Attraktion
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Bekannt wurde dieser Ort wegen einer der weltweit größten Katastrophen: Tschernobyl wird zunehmend zu einem beliebten Ausflugsziel.

70.000 Touristen kamen 2018 nach Tschernobyl

Allein im vergangenen Jahr kamen rund 70.000 Touristen in das Sperrgebiet in der Ukraine, die meisten von ihnen aus dem Ausland. Und alle sind beeindruckt. So auch Johan aus Großbritannien, der die Geisterstadt Prypjat - in unmittelbarer Nähe zum Atomkraftwerk - besucht:

"Es ist überwältigend, diese Infrastruktur zu sehen. Zu sehen, wieviel hier gebaut wurde. Die Gestaltung, die Planung die dahintersteckt. Nicht nur die Wohnungen, in denen die Leute gelebt haben. Da ist das Schwimmbad, hier die Schule. Es ist beeindruckend, dass die gesamte Stadt in wenigen Augenblicken verlassen werden musste."

Touristen hinterlassen Müll

Die Touristen hinterlassen ihre Spuren, besonders diejenigen, die ohne Erlaubnis und Touristenführer hier herkommen. Viele von ihnen lassen ihre Abfälle zurück. Eine Initiative von Freiwilligen will das im Vorfeld zum 33. Jahrestag der Reaktorkatastrophe und zu Beginn einer neuen Touristensaison ändern.

"Wodka-Flaschen, Bierbüchsen, Plastik. Im Sperrgebiet um Tschernobyl ist nicht nur Radioaktivität ein Problem. Freiwillige vor Ort haben sich der Trashtag Initiative angeschlossen und sammeln gemeinsam den Müll, den die Touristen hinterlassen haben."

Sperrgebiet prägt das Bild der Ukraine

Unter den Freiwilligen befinden sich viele der Touristenführer. Sie haben offizielle Genehmigungen sich im Sperrgebiet aufzuhalten und sind daran interessiert, Prypjat sauber zu halten.

"Unsere Aufgabe ist es, den Müll, der sich hier in den vergangenen Jahren und kürzlich angesammelt hat, aufzulesen. Wir stapeln die Mülltüten und schaffen sie aus der radioaktiven Zone, unter Beachtung der Sicherheitsstandards für Strahlenschutz", sagt Anton Juhimenko, einer der Freiwilligen.

Viele Touristen kommen in die Ukraine, einzig, um diesen Ort zu besichtigen. Deswegen trägt die Sperrzone sehr zum Bild der Ukraine bei - sagt der Verband der Tschernobyl-Reiseveranstalter. Seit zwei Jahren bemühen sie sich um den UNESCO Welterbe-Status für Tschernobyl.