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Der Kreml gratuliert Selenskyj nicht nach seinem Wahlsieg

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Reuters
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Der Kreml hält es für verfrüht, dem Gewinner der ukrainischen Präsidentschaftswahl, Wolodymyr Selenskyj, zu gratulieren und über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zu diskutieren, sagte der Sprecher des Kremls. Er stellte die Legitimität dieser Wahlen in Frage, betonte aber auch, dass Russland den Willen des ukrainischen Volkes respektiere.

Der Kremlsprecher sagte zudem, dass die ukrainischen Seeleute nicht freigelassen werden können, bevor ein Gericht darüber entschieden hat.

Konstantin Kosachev, der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des russischen Föderationsrates, sagte Euronews: "Für mich ist der Hauptpunkt des Wahlergebnisses nicht Selenskyjs Sieg, sondern Poroschenkos vernichtende Niederlage. Die 25 Prozent, die er erhalten hat, sind eine umfassende Bewertung seiner fünfjährigen Herrschaft und der Umsetzung seines Programms. Er setzte auf anti-russischen Phobien und machte den Krieg mit Russland für ausbleibende Ergebnisse verantwortlich."

Komiker und Polit-Neuling Selenskyj hatte schon vor seinem Wahlsieg angekündigt, den direkten Kontakt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin suchen zu wollen.

"Ich finde Selenskyj gut, weil es einen Machtwechsel und eine Rotation der Kandidaten und Politiker in staatlichen Institutionen geben muss", sagte ein Passant.

"Nichts wird sich ändern. Es ist nur ein Tapetenwechsel. Derjenige, der vor fünf Jahren von Millionen geliebt wurde, wird jetzt gehasst und macht Platz für denjenigen, den die Millionen heute lieben und den sie dann in fünf Jahren definitiv hassen werden", sagte der Schriftsteller Nikolai Starikov.

Eine russische Zeitung schrieb nach Selenskyjs Sieg "Das Ende des süßen Lebens" und erinnerten damit an Poroschenkos Schokoladengeschäfte.

"'Vom Bildschirm ins Leben', 'Selenskyj - Eintritt in die politische Szene' - fast alle Titelseiten der russischen Zeitungen sind der wichtigsten Nachricht aus der Ukraine gewidmet. Viele zitieren Wolodymyr Selenskyjs Appell an den postsowjetischen Raum, in die Ukraine zu schauen und zu sehen, dass alles möglich ist. Viele russische Politiker glauben, dass dieser Sieg nur eines bedeutet: Das völlige Scheitern von Poroschenkos antirussischer Rhetorik", sagte Euronews-Reporterin Galina Polonskaya.