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Nach Shitstorm: Palmer macht eine Facebook-Pause bis zum 26. Mai

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Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (46), hat der FAZ erklärt, dass er nach dem jüngsten Shitstorm dem Beispiel von Grünen-Chef Robert Habeck folgen und Pause in den sozialen Medien einlegen will. Die Facebook-Auszeit von Palmer soll bis zur Europawahl am 26. Mai dauern. Palmer sagte im Interview, er wolle seinen Parteifreunden ermöglichen, "ungestört von hysterischen Debatten Wahlkampf zu führen.“

Zuletzt hatte Palmer auf Facebook die neue Titelseite der Deutschen Bahn im Internet kritisiert. Er selbst ging schon davon aus, dass er damit einen Shitstorm auslösen würde. Der Grünen-¨Politiker schreibt: "Der shitstorm wird nicht vermeidbar sein. Und dennoch: Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die „Deutsche Bahn“ die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat. Welche Gesellschaft soll das abbilden?"

Die Deutsche Bahn hatte Boris Palmer auf Twitter geantwortet: "Herr #Palmer hat offenbar Probleme mit einer offenen und bunten Gesellschaft. Solch eine Haltung lehnen wir ab. Nico Rosberg, Nazan Eckes und Nelson Müller sind positive und repräsentative Identifikationsfiguren. Die DB freut sich, mit ihnen zusammenzuarbeiten."

Diese Antwort hatte der grüne Politiker, der in seiner Partei vor allem wegen seiner Stellung zur Flüchtlingspolitik umstritten ist, auch auf seine Facebook-Seite gestellt. Mit dem Kommentar:

"Liebe Deutsche Bahn AG,

danke für deine Antwort auf Twitter. Leider beginnt diese jedoch mit einer Unterstellung. Ich habe kein Problem mit einer offenen und bunten Gesellschaft. In meiner Aussage, dass ich die Kriterien der Bildauswahl nicht verstehe, steckt auch keine Haltung, die es zu bekämpfen gilt.

Für mich als Betrachter sind diese fünf Bilder von Personen, die ich nicht kenne, in der Auswahl erklärungsbedürftig. Nur eine der fünf Personen scheint keinen Migrationshintergrund zu haben. Das ist ungewöhnlich und ich würde gerne die Absicht dahinter verstehen.

Wenn die Bahn aktuell eine offiziell erklärte Kampagne für Toleranz, Migration und Vielfalt durchführt, ist die Auswahl nachvollziehbar. Dann hat die Bahn entschieden, ein bestimmtes Gesellschaftsbild zu propagieren. Das kann sie tun, aber eine gesellschaftliche Debatte darüber sollte dann auch fair geführt werden.

Wenn die Bilder nicht im Zusammenhang mit einer Kampagne stehen – ich habe leider keinen entsprechenden Hinweis gefunden, vielleicht geben Sie mir den noch? – frage ich mich einfach, warum Menschen ohne erkennbaren Migrationshintergrund auf der Seite der Deutschen Bahn nur noch als Minderheit dargestellt werden."

Dieser Streit wurde in den sozialen Medien vielfach kommentiert.

Auch vom Formel-1-Champion Nico Rosberg (33) aus Wiesbaden, der bei der Kampagne der Deutschen Bahn mitgemacht hat.