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Im Fäkalienfluss: mehr als der Mindestlohn

Im Fäkalienfluss: mehr als der Mindestlohn
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Der schmale Fluss Guaire durchzieht Caracas, die Hauptstadt Venezuelas. In sein enges, in Beton eingefasstes Bett enden viele der Abwasserrohre der Metropole. Ausgerechnet hier ist der Arbeitsplatz vieler junger Menschen. Hunderte suchen hier im fäkaliengetränkten und vermüllten Wasser nach kleinsten Mengen von Gold und Silber. Dinge, die sie gegen Geld eintauschen können, um so ihre Familien zu ernähren.

"Ich mache das nicht für mich, sondern ich helfe damit meinem kleinen Kind, indem ich Essen nach Hause bringe", erzählt Ángel Patete, "ein Kilo Reis, ein kleines Brot, solche Sachen eben."

Das, was die "Miner", die Minenarbeiter des Flusses, vom Grund hochholen, wird genauestens untersucht nach allem, was wertvoll sein könnte. Die Zahl der verzweifelten Schatzsucher hat in den vergangenen Jahren der Krise stark zugenommen.

"Vom Mindestlohn kann man heutzutage nicht leben. Es reicht nichtmal zum Essen", so José Zubero.

Mit dem, was sie im Fluss finden, verdienen sie weit mehr als den monatlichen Mindestlohn, sagen die Miner. Der Mindestlohn entspricht weniger als vier Euro, aber die venezolanische Währung wird so schnell entwertet, dass man von dem Geld schon einige Tage später kaum noch etwas kaufen kann.

Doch selbst mit ihren etwas höheren Einkünften kommen die Miner des Guaire nicht weit. Die Dinge des täglichen Bedarfs werden nicht nur teurer, sie sind in Zeiten der Krise oft schlicht nicht erhältlich.