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Präsident Wolodymyr Selenskyj vereidigt

Präsident Wolodymyr Selenskyj vereidigt
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Jubelschreie und tosender Applaus für den neuen ukrainischen Präsidenten. Nur einen Monat nach seiner Wahl ist der frühere Komiker Wolodymyr Selenskyj offiziell in sein Amt eingeführt worden. Im Parlament legte der 41-Jährige am Montag den Eid auf die Verfassung und eine alte Bibel ab.

In seiner Antrittsrede in Anwesenheit früherer Präsidenten machte Selenskyj seine Positionen deutlich. Sein oberstes Ziel ist es, für Frieden in der Ostukraine zu sorgen: "Wir sind bereit, Gespräche mit Russland zu führen. Aber um in einen Dialog treten zu können, müssen zunächst alle ukrainischen Gefangenen freigelassen werden und zurück nach Hause kommen."

Vertrauen der Ostukrainer zurückgewinnen

Er werde, wenn nötig, auch unpopuläre Entscheidungen treffen und seine eigene Beliebtheit opfern, sagte er unter Beifall. Kritik übte Selenskyj an seinem abgewählten Vorgänger Petro Poroschenko und dessen Regierung: "Sowohl die Krim als auch der Donbass sind ukrainisches Gebiet. Wir haben dort nicht nur unsere Territorien, sondern vor allem unser Volk verloren. Und heute müssen wir - ich bin mir sicher, dass sie uns zuhören - ihr Nationalbewusstsein wiederherstellen. Ich selbst habe es verloren. Die Behörden haben in den letzten Jahren nichts dafür getan, dass sich diese Menschen als Ukrainer fühlen. Sie sind keine Außerirdischen, sie sind welche von uns - sie sind Ukrainer."

Der jüngste Staatschef, den das Land je gesehen hat, spricht Klartext und nimmt sich viel vor. Er wolle die Immunität der Abgeordneten aufheben sowie gegen Bereicherung im Amt vorgehen. "In den letzten Jahren habe ich alles dafür getan, die Ukrainer zum Lachen zu bringen. In den nächsten 5 Jahren werde ich alles tun, damit ihr nicht weint."

Neuwahlen früher als geplant

Außerdem kündigte Selenskyj vorgezogene Parlamentswahlen in zwei Monaten an - eigentlich waren sie für Oktober geplant. Der Grund: Selenskyj hat keine eigene Mehrheit im Parlament, um Reformen durchzusetzen.

Selenskyj steht für einen proeuropäischen Kurs. An der Zeremonie nahm auch der frühere Bundespräsident Christian Wulff teil.