Streit um Anlegeerlaubnis in Lampedusa: Sea-Watch-Kapitänin fordert Italiens Regierung heraus

Streit um Anlegeerlaubnis in Lampedusa: Sea-Watch-Kapitänin fordert Italiens Regierung heraus
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Die Hängepartie für 42 gerettete Migranten und die Crew der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch geht weiter. Die Kapitänin des Rettungsschiffs ist bereit, die Konfrontation mit der italienischen Regierung weiter eskalieren zu lassen.

Wenn es keine Einigung über die Migranten an Bord gebe und das Schiff somit nicht anlegen dürfe, sei sie bereit, ohne Erlaubnis in den Hafen der Insel Lampedusa zu fahren, sagte Carola Rackete („dpa“).

Der Hilferuf der Kapitänin der "Sea-Watch 3" an die Hafenleitung:

"Hafen von Lampedusa, können Sie mir Auskunft geben, wann ich die geretteten Menschen an Land bringen kann? Ich bin immer noch ein Notfall und muss sie dringend ans Ufer bringen. Over."

Sie könne nicht mehr für die Sicherheit der Menschen an Bord garantieren. Manche drohten, über Bord zu springen.

Dazu Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte vom G 20-Gipfel in Japan:

"Diese Kapitänin ... hat die Entscheidung getroffen, 10 Tage lang Menschen in dieser Situation zu halten. Sie hat auf eine Weise gehandelt, die ich für unglaublich schwerwiegend halte. Jetzt ist das kein Fall mehr für die italienische Regierung, sondern für italienische Richter."

Zuvor hatte sich Rackete, die bei Kiel geboren ist und dann im Landkreis Celle in Niedersachsen gelebt hat, über ein Dekret von Innenminister Matteo Salvini hinweggesetzt und war unerlaubt in mit 42 Migranten an Bord in italienische Hoheitsgewässer gefahren.

Das Schiff versuchte, in den Hafen von Lampedusa einzufahren, aber die 'Guardia di Finanza' (italienische Behörde) stoppte das Boot 1 Meile vom Dock entfernt.

Italien will Migranten von zivilen Schiffen nicht mehr an Land lassen, wenn andere EU-Staaten sich nicht bereiterklären, Menschen aufzunehmen. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos appellierte an die EU-Staaten, sich

solidarisch zu zeigen.

Sea-Watch drohen die Beschlagnahmung des Schiffs, Ermittlungen und eine empfindliche Geldstrafe. Die Hilfsorganisation hatte die Migranten am 12. Juni im Mittelmeer gerettet und wartete seitdem auf eine Anlegeerlaubnis.

su