Fall Lübcke: Mögliche Waffenlieferanten gefasst

Fall Lübcke: Mögliche Waffenlieferanten gefasst
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Im Mordfall des hessischen Regierungspräsidenten im Regierungsbezirk Kassel, Walter Lübcke (CDU) sind zwei weitere Personen festgenommen worden. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft.

Walter Lübcke

Demnach sind die Verdächtigen Markus H. und Elmar J. aufgrund der Aussagen des einsitzenden Hauptverdächtigen Stephan E. nach Hausdurchsuchungen in Kassel festgenommen worden – unter dem Verdacht, Händler und Vermittler der Waffen für Stephan E. zu sein.

Dabei wurden nach Medien-Informationen („dpa“) auch Waffen gefunden, die dem Verdächtigen Stephan E. gehören sollen. Ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission Liemecke („dpa“): «Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat.»

Laut Medienberichten ("NDR", "WDR", "Süddeutsche Zeitung") hatte E. in seinem Geständnis offengelegt, dass er über zahlreiche Waffen verfügt - neben der Tatwaffe auch über eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Er nannte Details, wie er sich diese beschafft hat und offenbarte die Verstecke. Ermittler fanden einige Waffen demnach in einem Erddepot auf dem Gelände seines Arbeitgebers. Stephan E. arbeitete bei einem Bahnzulieferer in Kassel. Laut dem Bericht handelt es sich um fünf Waffen. Der Generalbundesanwalt ermittle gegen sie im Zusammenhang mit der Tatwaffe wegen Beihilfe zum Mord.

Die Bundesanwaltschaft geht von einem "rechtsextremistischen Hintergrund" im Fall Lübcke aus, so Sprecher Markus Schmitt.

Markus Schmitt

"Dem Beschuldigten Elmar J. werfen wir vor, dem dringend Tatverdächtigen Stephan E. die spätere Tatwaffe verkauft zu haben. Es handelt sich dabei mutmaßlich um eine Faustfeuerwaffe im Kaliber 38. Dem Beschuldigten Markus H. werfen wir vor, den Kontakt zwischen den beiden Beschuldigten – das heißt Stephan E. und Elmar J. - hergestellt zu haben.

Wir gehen davon aus, dass die beiden Beschucldigten über die rechtsextremistische Gesinnung des Stephan E. Bescheid wussten und wir gehen davon aus, dass sie auch für möglich gehalten haben und billigend in Kauf genommen haben, dass Stephan E. die gelieferten Schusswaffen später zu einem politisch motovierten Tötungsverbrechen einsetzen wird.“

Der für sein Engagement für Flüchtlinge bekannte CDU-Politiker wurde am 2. Juni 2019 vor seinem Wohnhaus in in Wolfhagen-Istha, Landkreis Kassel (Nordhessen), ermordet.

su