Papst Franziskus wird auf Twitter nach Messe mit Flüchtlingen beleidigt

Papst Franziskus feiert eine Messe für Migranten anlässlich des sechsten Jahrestages seiner Reise auf die Insel Lampedusa im Vatikan am 8. Juli 2019.
Papst Franziskus feiert eine Messe für Migranten anlässlich des sechsten Jahrestages seiner Reise auf die Insel Lampedusa im Vatikan am 8. Juli 2019. -
Copyright
Vatican Media/­Handout via REUTERS - VATICAN MEDIA
Schriftgrösse Aa Aa

Twitter ist von Beleidigungen überflutet wurden, die sich gegen Papst Franziskus richten. Die Missachtung traf den Papst, nachdem dieser einen Tweet veröffentlichte, in welchem er sich zum Thema Migration äußerte.

Darin schrieb das katholische Kirchenoberhaupt, Migranten seien "in erster Linie Menschen" und "ein Symbol für alle, die von der globalisierten Gesellschaft als Abfall behandelt werden".

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Reaktionen im Netz auftauchten. Einige Nutzer hielten den Papst an, anstelle von Migranten an Erdbebenopfer zu denken. Andere sagten, der Papst solle mehr Zeit dafür aufwenden, über Jesus und andere religiöse Themen zu sprechen.

Der Papst twitterte eine Predigt zum sechsten Jahrestag seines Besuchs in Lampedusa und erinnerte sich an Migranten, die bei dem Versuch, Europa zu erreichen, ertranken.

In einer Predigt betete er auch für die Migranten: "Diese Hilfsbedürftigen, die Letzten werden verlassen und betrogen, zum Sterben in die Wüste geschickt; sie werden in Gefangenenlagern gefoltert, missbraucht und verletzt; die Letzten müssen die Wellen eines unbarmherzigen Meeres überwinden; diese Letzten werden zu lange in Auffanglagern gelassen, als dass diese noch "provisorisch" genannt werden könnten."

Am selben Tag sorgte die Titelseite der italienischen Tageszeitung la Repubblica für Schlagzeilen: "Katholiken an einer Kreuzung: der Papst oder Salvini."

Die Zeitung interviewte den Jesuiten Vater Sorge, der den neuen italienischen Sicherheitserlass, der Bestimmungen enthält, die die Einreise von Migranten nach Italien einschränken, mit den Rassengesetzen des faschistischen Regimes im Land von 1938 verglich.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini stand im Mittelpunkt der jüngsten Kontroverse über die im Mittelmeer geretteten Migranten, als er sich weigerte, Rettungsboote in italienischen Häfen anlegen zu lassen.

Im vergangenen Monat hat seine rechtspopulistische Lega-Partei Gesetze erlassen, die zu hohen Geldstrafen für alle NGOs führen würden, die in italienische Gewässer einfahren.