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Trotz EU-Strafen: Türkei will weiter vor Zypern nach Gas bohren

Türkisches Bohrschiff "Yavuz"
Türkisches Bohrschiff "Yavuz" -
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Reuters
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Die EU hat Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen, weil sie die Erdgas-Erkundungen vor Zypern für illegal hält.

So soll Ankara unter anderem weniger Geld aus der Union erhalten. Auch die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen eingestellt werden.

In Ankara zeigt man sich allerdings wenig beeindruckt. Die Bohrungen nach Gas und auch Öl würden weitergehen, teilte das türkische Außenministerium mit. Die EU sei beim Thema Zypern voreingenommen, hieß es.

Die EU will die Türkei mit den Strafmaßnahmen dazu bewegen, die Erdgassuche vor dem Mitgliedstaat Zypern einzustellen. Sie sehen auch vor, bis auf Weiteres keine Spitzengespräche mehr zu Themen wie Wirtschaft und Handel zu führen. Die Europäische Investitionsbank wird zudem aufgerufen, eine Einschränkung der Kreditvergabe zu prüfen.

"Die Provokationen der Türkei sind für uns alle inakzeptabel und wir stehen hier auf der Seite Zyperns", kommentierte der deutsche Europastaatsminister Michael Roth bei dem EU-Treffen in Brüssel.

Sollte die Türkei nicht einlenken, seien auch andere Arten von Sanktionen denkbar. Sie könnten nach dem Ministerbeschluss gezielt an den Bohrungen beteiligte Unternehmen oder Einzelpersonen treffen.

Die Türkei vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer vor Zypern, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören.

Mit den Bohrungen soll auch der Anteil der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft gesichert werden. Der Norden Zyperns wird seit 45 Jahren von der Türkei besetzt.