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Bootsunglück: "schlimmste Mittelmeer-Tragödie in diesem Jahr"

Überlebende des Bootsunglücks in einem Lager in der libyschen Haftenstadt Al-Chums
Überlebende des Bootsunglücks in einem Lager in der libyschen Haftenstadt Al-Chums -
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REUTERS/Ismail Zetouni
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Sie haben das womöglich bisher schwerste Bootsunglück im Mittelmeer in diesem Jahr überlebt: Migranten – überwiegend aus Eritrea, aber auch dem Sudan und Palästina – in der libyschen Hafenstadt Al-Chums. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen betreut nach eigenen Angaben 135 Gerettete – alle stünden unter extremem Schock. Aus dem Meer geholt wurden sie demnach nicht von der libyschen Küstenwache, sondern von Fischern. Vermisst werden je nach Schätzung zwischen 110 und 260 Menschen.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi schrieb auf Twitter, dass sich gerade die "schlimmste Mittelmeertragödie dieses Jahres" ereignet. Er forderte, die Seenotrettung wiederaufzunehmen. Private Rettungsschiffe sind derzeit nicht unterwegs.

Insgesamt seien in diesem Jahr bereits mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen, sagte Charlie Yaxley, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks. "Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, werden wir in diesem Jahr wahrscheinlich mehr als 1000 Tote im Mittelmeer haben. Zum sechsten Mal in Folge. Das ist ein düsterer Meilenstein für uns."

Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten für Menschen, die nach Europa kommen wollen. Der Umgang mit den Bootsflüchtlingen ist in der EU heftig umstritten.