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Kroatien: Mehr Reisefreiheit dank neuer Brücke

Kroatien: Mehr Reisefreiheit dank neuer Brücke
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Eine Bucht im Süden Kroatiens. Sie trennt das Festland und eine Halbinsel.

2007 wurde mit dem Bau einer 2 ½ Kilometer langen Brücke begonnen, die beide Teile verbinden soll – doch das Projekt liegt seit mehr als zehn Jahren wegen Geldmangels brach.

Projekt wurde an China vergeben

Jetzt hat Kroatiens Regierung eine Firma aus China beauftragt, das Projekt fertig zu bauen.

"In China gibt es eine sehr große Stahlindustrie", sagt Jeroslav Šegedin von der Baufirma Hrvatske Ceste. "Der Stahl wird also in chinesischen Fabriken produziert und dann mit Schiffen hierher gebracht."

310 Tagesarbeiter aus China gießen hier Beton in die Stahlsockel. Sie leben in Containern und arbeiten mit Hochdruck daran, die Brücke bis zur Deadline im August 2022 fertigzubekommen.

Nach der Auflösung Jugoslawiens wurden die Gebiete an der dalmatinischen Küste aufgeteilt. Die Peljesac-Brücke wird später dann zwei Teile Kroatiens miteinander verbinden, die durch den so genannten Neum-Korridor voneinander getrennt sind.

Bald weniger Grenzkontrollen

Bosnien-Herzegowina hat hier seinen einzigen Zugang zum Meer. Durch die Brücke würden dann zwei Grenzkontrollen wegfallen.

Das Projekt wirft jedoch Fragen auf: Nach der Zukunft der Europäischen Union und dem Wunsch Kroatiens auf den Beitritt zum Schengen-Raum. Wenn es Bosnien-Herzegowina gelingen sollte, beispielsweise in 20 Jahren der EU und auch dem Schengen-Gebiet beizutreten, dann wäre diese Brücke praktisch nutzlos.

Doch sowohl Regierung, als auch das Bauunternehmen bestehen auf einer zukünftig sichereren und schnelleren Straße.

Anwohner freuen sich auf die Brücke

Und auch viele Menschen in diesem Teil Kroatiens wollen die Brücke. Eine Frau meint, dass es einfacher sei, eine Brücke zu bauen, als zum Beispiel zu versuchen, mit Bosnien-Herzegowina ein Abkommen zu schaffen.

Eine weitere Frau freut sich über die zukünftig wegfallenden Grenzkontrollen: "Ich habe es satt. Es gibt drei Grenzen, wenn wir von Herzegowina kommen – das ist furchtbar."

Rund 360 Millionen Euro steuert die EU für dieses Bauprojekt bei. Der größte Teil davon wird nach China gehen.

Unterdessen haben österreichische und griechische Unternehmen gerade den Zuschlag erhalten, Verbindungsstraßen, Tunnel und Viadukte auf der gesamten Halbinsel zu bauen.