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Kontroverse um italienischen Politiker - Ex-Staatssekretär berät fortan Regierung in Paris

Kontroverse um italienischen Politiker - Ex-Staatssekretär berät fortan Regierung in Paris
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Ein italienischer Politiker, der künftig die französische Regierung berät: Sandro Gozi, Ex-Staatssekretär in Rom, arbeitet fortan als Europaberater in Paris. Er soll Premier Édouard Philippe dabei helfen, die neue Legislaturperiode in der EU vorzubereiten. Die italienische Regierung sieht das als Verrat. Vize-Premier Di Maio erwägt sogar, Gozi die Staatsbürgerschaft zu entziehen.

"Das ist grotesk", sagte Gozi. "Ich würde ihm raten, sich mal das Europarecht durchzulesen. Einem europäischen Bürger kann nicht einfach aus politischen Gründen die Staatsbürgerschaft entzogen werden. Er kann auch nicht daran gehindert werden, für eine andere Regierung zu arbeiten. Ich bin kein Mitglied der französischen Regierung, kein Minister oder Staatssekretär. Ich bin lediglich ein Berater für europäische Angelegenheiten, der am Start der neuen Legislaturperiode im Europäischen Parlament und an der Zukunft der Europäischen Union mitarbeitet. Ich werde mich auf die Debatte um eine Europäische Konferenz und die möglichen politischen und institutionellen Reformen konzentrieren."

Diese Beratertätigkeit würde die populistische Koalition in Rom am liebsten verhindern. Sie sieht einen Interessenkonflikt, Gozi aber nicht.

"Ich bin davon überzeugt, dass Frankreich und Italien eine gemeinsame Bestimmung haben", sagte Gozi. "Ich glaube, dass unsere gemeinsamen Werte und Interessen viel stärker sind als die Unterschiede in bestimmten Fragen. Die derzeitige italienische Regierung lag falsch, als sie beschloss, die Arbeit am Quirinals-Vertrag nicht fortzusetzen, den unsere Regierung angestoßen hatte. Dieser Vertrag hätte Frankreich und Italien in eine neue Ära einer stärkeren politischen, institutionellen und kulturellen Zusammenarbeit geführt, besonders in europäischen Fragen."

Gozi soll Frankreich bis zum Brexit beraten. Dann rückt er ins Europäische Parlament nach - übrigens auf der Liste der französischen Partei "En Marche".