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Nach dem Horror Frankfurt Hbf: 40.000 € Spenden für die Mutter

Nach dem Horror Frankfurt Hbf: 40.000 € Spenden für die Mutter
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REUTERS/Ralph Orlowski
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Nachdem er den 8-jährigen Jungen und dessen Mutter im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben soll, wird jetzt ein psychiatrisches Gutachten des mutmaßlichen Täters erstellt.

Mutmaßlicher Täter litt offenbar unter Verfolgungswahn

Wie der Schweizer Tagesanzeiger schreibt, litt Habte A. unter Verfolgungswahn. Er soll sich von Arbeitskollegen und von anderen Zugpassagieren verfolgt gefühlt haben. Laut SZ hatte sein Hausarzt Paranoia bei dem 40-Jährigen aus Eritrea festgestellt und ihn an einen Psychiater überwiesen.

Der jetzt Verdächtige lebte seit 2006 in der Schweiz und galt als Vorbild für Integration. Die Schweizer Arbeiterwohlfahrt hatte sich im April 2018 in einem Video mit Habte A. unterhalten. Damals arbeitete er in Festanstellung in der Instandhaltung für die Schweizer Verkehrsbetriebe in Zürich.

Seit Anfang des Jahres war er offenbar krank geschrieben. Es heißt, er habe Stimmen gehört und befinde sich in psychiatrischer Behandlung. Das bestätigen auch Freunde des Christen aus Eritrea, die in der Schweiz befragt wurden.

Am Donnerstag hatte Habte A. seine Frau, seine drei Kinder und eine Nachbarin zunächst mti einem Messer bedroht und dann in der Wohnung in Wädenswil eingesperrt. Deswegen wurde er von der Polizei gesucht.

Welle der Solidarität mit der Mutter des getöteten Jungen

Eine spontane Internet-Spendenaktion für die Mutter des getöteten Jungen übertraf die Erwartungen von Michael Kötter, der die Seite auf "GoFundMe" ins Leben gerufen hat. Am Donnerstagabend waren 40.000 Euro gespendet worden.

Michael Kötter schreibt: "Die ersten 24 Stunden waren wirklich umwerfend: Ich hatte beim Aufsetzen der Kampagne gehofft, zumindest 10.000 Euro für die Mutter zu erreichen. Am ersten Tag haben wir gemeinsam bereits 15.000 Euro gesammelt - vielen Dank für Eure Spende! Eure grenzenlose und außergewöhnliche Hilfsbereitschaft sprengt jeden von mir erwarteten Rahmen! Gern möchte ich das GoFundMe als Ausdruck menschlicher Wärme im Netz weiterlaufen lassen."

Rätselraten in der Presse über das Motiv des Täters

Die FAZ schreibt unter dem Titel "Habte A. handelte mit entschlossener Ruhe", er habe sich "wie ein Amokläufer" verhalten. "Augenzeugen berichteten, er habe mit starren Blick auf Gleis 7 gestanden, ehe er sich plötzlich auf die Mutter und den Jungen gestürzt habe, um sie auf die Gleise zu stoßen. Dann, als der ICE schon vorbeigerollt war, attackierte er eine 78 Jahre alte Frau. Hatte sich der Täter tatsächlich das Leben nehmen wollen, hat er es sich wohl spätestens in diesem Moment anders überlegt. Er flüchtete; weil Reisende, unter ihnen ein Beamter der Landespolizei, der privat unterwegs war, ihn verfolgten und stellten, konnte er gefasst werden."

Laut t-online hatte der Verdächtige mindestens zwei Profile auf Facebook. Dort soll er zuletzt noch ein Kinderfoto - offenbar von sich selbst - gepostet haben.