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Atomwaffen: Kritik an japanischer Regierung in Nagasaki

Atomwaffen: Kritik an japanischer Regierung in Nagasaki
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Um 11 Uhr 02 hat Nagasaki auch in diesem Jahr wieder innegehalten, denn vor genau 74 Jahren warfen die USA eine Atombombe auf die japanische Stadt ab. Wie bereits bei der Gedenkzeremonie vor drei Tagen in Hiroshima wurde auch bei der Feier in Nagasaki Kritik an der Regierung in Tokio laut. Denn diese hat den Atomwaffenverbotsvertrag der UN von 2017 weder unterzeichnet noch ratifiziert.

"Ich werde mich bis zu meinem Tod für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzen", sagte der Überlebende Yoshiro Yamawaki bei seiner Ansprache, "um die 200.000 Menschen zu ehren, die ihre Leben in Hiroshima und Nagasaki vor 74 Jahren verloren haben."

Anders als der Atomwaffensperrvertrag von 1970 sieht der Vertrag von 2017 ein komplettes Atomwaffenverbot vor. Japan trage angesichts seiner historischen Erfahrung eine besondere Verantwortung für die Abrüstung, so Nagasakis Bürgermeister Tomihisa Taue: "Weil wir das einzige Land sind, das den Abwurf einer Atombombe während eines Krieges erleiden musste, fordere ich die Regierung dazu auf, den Vertrag so schnell wie möglich zu unterzeichnen und ratifizieren."

Japans Regierungschef Shinzo Abe sieht sein Land als Vermittler bei Abrüstungsverhandlungen. Das Land, das sich vom Atomprogramm Nordkoreas bedroht fühlt, besitzt selbst keine Nuklearwaffen, steht aber unter dem atomaren Schutzschild der USA.