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Wäre Greta Thunberg die 5.500 km besser geflogen - und warum?

Wäre Greta Thunberg die 5.500 km besser geflogen - und warum?
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REUTERS/Henry Nicholls
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Wäre es klimafreundlicher gewesen, wenn Greta Thunberg und ihr Vater von Europa nach New York geflogen wären statt mit dem Segelboot zu reisen? Die taz rechnet vor, dass die Klimaaktivistin aus Schweden mit ihrem Segeltörn mehr Treibhausgase verursacht, als wenn sie geflogen wäre.

Nach der Ankunft in New York werde die Jacht von etwa fünf Seglern wieder zurück nach Europa gebracht, sagte Skipper Boris Herrmann im Gespräch mit der taz. Die Segler müssten dafür zunächst in die USA fliegen. Auch er selbst werde die Rückreise aus den USA mit dem Flugzeug antreten.

Sechs Flugreisen über den Atlantik statt zwei

Der Segeltörn löse also sechs Flugreisen über den Atlantik aus - wären Thunberg und ihr Vater geflogen, wären es weniger gewesen. Der Emissionsrechner der Organisation Atmosfair berechne für einen Flug von New York nach Hamburg einen Ausstoß von rund 1800 Kilogramm Kohlendioxid.

Diese Rechnung sei den Seglern bekannt, sagte Andreas Kling, der Sprecher von Skipper Boris Hermann, der Nachrichtenagentur dpa. Es gehe aber nicht darum, mit der Aktion allein das Klima zu retten, sondern man wolle Aufmerksamkeit erregen. «Wir müssen einfach alle darüber nachdenken, ob wir einfach einmal weniger fliegen», so Kling. Darum gehe es auch Thunberg. Wie sie selbst nach Abschluss ihrer Reise nach Europa zurückkehrt, sei noch offen. Es sei nicht auszuschließen, dass sie erneut mit dem Segelboot fahre - je nachdem, wie es ihr auf der Atlantiküberquerung ergehe. «Viele von uns eingefleischten Seglern haben so etwas noch nie gemacht und sie ist ja keine Seglerin», sagte Kling.

Zumindest scheint sich Greta Thunberg an Bord wohl zu fühlen. Nach der ersten Nacht an Bord twitterte die 16-Jährige, dass sie erstaunlich gut geschlafen und schon Delfine gesehen habe.

Greta Thunberg war am Mittwoch vom südenglischen Plymouth aus zu ihrem angekündigten Transatlantik-Törn aufgebrochen. Sie vermeidet Flugreisen, weil dabei viele klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt werden. Mit an Bord sind die Profisegler Boris Herrmann und Pierre Casiraghi sowie ihr Vater Svante und ein Filmemacher.

«Die Nacht war bewegt und rau, aber fast alle haben etwas schlafen können», schrieb Herrmann auf Twitter. Es gehe jetzt darum, sich an Bord zu organisieren. Alles laufe in Zeitlupe.

Die Stimmung an Bord sei gut, sagte Andreas Kling, Hermanns Sprecher. Greta sei am Abend früh ins Bett gegangen, seekrank sei sie nicht. Zu essen gebe es an Bord derzeit noch frische Lebensmittel - «die richtige Astronautennahrung, die gefriergetrocknete, die gibt es am dritten Tag spätestens», sagte Kling. Die Rennjacht werde New York in etwa zwei Wochen, am 28. oder 29. August erreichen.