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Deutschland holt 4 Kinder von IS-Anhängern heim - mehr sollen folgen

Deutschland holt 4 Kinder von IS-Anhängern heim - mehr sollen folgen
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Screenshot via EBU
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Deutschland holt zum ersten Mal Kinder von Dschihadisten des Terrornetzwerks ISIL (oder IS) zurück. DIe drei Waisen und ein krankes Mädchen wurden am Grenzübergang Simalka zwischen den Kurdengebieten Syrien und dem Irak den deutschen Behörden übergeben.

Die Kinder sollen von Erbil im Nordirak aus nach Deutschland ausgeflogen werden.

"Kinder können nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich gemacht werden"

Der deutsche Außenminister Heiko Maas erklärte, die Kinder könnten nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich gemacht werden. Weitere Kinder sollten folgen.

Die jetzt betroffenen Kinder hatten nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien im Flüchtlingslager Al-Hol gelebt. Es handele sich um drei Waisen und ein krankes Baby, sagte Abdel Karim Omar, Sprecher der kurdischen Behörden in Syrien, der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dpa-Informationen sollten die drei Waisenkinder und das kranke Mädchen in Begleitung ihrer Großeltern von Erbil nach Deutschland fliegen. Die Mutter des kranken Kindes lebt demnach noch mit weiteren Kindern in Al-Hol.

Über die Rückkehr von IS-Kindern in Deutschland wird seit längerem diskutiert. Die Bundesregierung hatte zunächst darauf verwiesen, dass es in Syrien derzeit keine deutsche diplomatische Vertretung gebe. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte im Juli entschieden, dass die Regierung Angehörige von IS-Kämpfern zurückholen müsse.

Im Nordosten Syriens sollen sich nach Angaben des Rojava Information Center (RIC) 117 Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit befinden. Dazu kämen 21 Kinder von Deutschen, die aber keine deutsche Staatsangehörigkeit hätten, sowie Dutzende Frauen und 66 Männer, von denen mehr als 40 an Kriegsverbrechen beteiligt sein sollen. Die Bundesregierung sprach zuletzt von 68 Frauen aus Deutschland und mehr als 120 Kindern.