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Kinder des IS

Kinder des IS
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Dominique Bons' Sohn Nicolas war einer von über 5.000 europäischen Staatsangehörigen, die nach Angaben der EU zwischen 2011 und 2016 einer terroristischen Organisation beigetreten sind.

"Ich sagte, toll, dass du nach Thailand gehst.... du wirst etwas Anderes sehen, andere Kulturen... in Wirklichkeit war es eine Lüge, er ist nach Syrien gegangen."

Nach seinem Tod in Syrien im Jahr 2013 entschied sich auch Dominique, zu kämpfen - gegen die Radikalisierung in Frankreich. Sie gründete einen Verein, kontaktierte die Behörden, um vor dem zu warnen, was mit jungen Männern und Frauen im ganzen Land passiert.

Dominique Bons, Gründerin "Syrien ne bouge agissons"

"Ich kenne eine Mutter, die sagt, ihre Tochter sei 18 Jahre alt – aber sie sei nicht mehr ihre Tochter.... Sie erkenne sie nicht wieder. Wir sind im Jahr 2019, und es geht weiter. Es geht weiter, und was machen wir? Nichts."

Was die Menschen in diese Welt radikaler Ideen und Gewalt hineinzieht, ist etwas, wogegen die europäischen Regierungen und Institutionen noch immer kein Rezept gefunden haben. Einige derjenigen, die zum so genannten Islamischen Staat gegangen sind, sagen, dass sie sich wünschten, sie könnten die Zeit zurückdrehen.

Hamza Nmeie ist ehemaliger Kämpfer für den so genannten Islamischen Staat.

euronews: Bereust du es, hierher nach Syrien gekommen zu sein?

"Ja, ich bedaure es, absolut, ich bedaure es. Es war mein erstes Verbrechen, ich habe in Belgien nie das Gesetz gebrochen, ich war Student."

Hamza Nmeie sagt, was ihn vor sieben Jahren nach Syrien gebracht hat, beeinflusse auch heute noch junge Menschen.

Hamza Nmeie, ehemaliger Kämpfer für den so genannten Islamischen Staat.

"Man sagt, die Ideologie ist nicht zerstört. Jeder weiß es, auch die Vereinten Nationen, und was sagen sie? Sie sagen, wir sollten ein De-Radikalisierungsprogramm machen, um uns zu ändern und wieder Teil der Gesellschaft werden."

Nmeie ist 29 und hat keine Ahnung, ob und wann er in sein Heimatland zurückkehren darf. Und wie sein Leben aussehen dann aussehen könnte. Sein Leben, seine Geschichte könnte Angst und Abneigung hervorrufen. Aber viele glauben, verschweigen könne auch Hass und Gewalt schüren.

Dominique Bons, Gründerin "Syrien ne bouge agissons"

"Wir sollten vielleicht mehr darüber nachdenken. Und zwar schnell. Denn je mehr Zeit vergeht, umso größer werden diese Kinder... und erleben schreckliche Dinge. Jetzt sind es Hungersnot, Krankheit und andere, Schlimmes. Davor der Krieg, die Bomben... Es sind traumatisierte Kinder. Und es wird schlimmer - wenn sie erwachsen werden, werden sie alle hassen. Ihr Herkunftsland, aber auch das Land, in dem sie sind. Das werden Massenmörder."

Im Moment sind es nur Kinder. Noch.