Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Lagarde warnt vor negativen Niedrigzins-Effekten

Christine Lagarde
Christine Lagarde -
Copyright
Reuters
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Die designierte Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat Achtsamkeit gegenüber den Wirkungen der Niedrigzinsen in Europa angemahnt.

«Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten», sagte die 63-jährige Französin bei einer Anhörung im Europaparlament am Mittwoch in Brüssel. Die Sorgen der Leute müssten beachtet werden. Zuvor hatte sie allerdings bereits betont, dass die Geldpolitik auf absehbare Zeit sehr locker bleiben müsse, da die Eurozone wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt sei, während die Inflation niedrig sei.

Die Zentralbank mit Sitz in Frankfurt entscheidet über die Geldpolitik für die Eurozone und bestimmt unter anderem den Leitzinssatz, der auch für Sparer und Kreditnehmer wichtig ist. Hauptziel der EZB ist Preisstabilität.

Die Währungshüter hielten den Leitzins in den vergangenen Jahren auf dem Rekordtief von null Prozent. Banken erhalten somit frisches Geld bei der Notenbank zum Nulltarif. Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelte die Notenbank nicht. Der Negativzins soll Geschäftsbanken davon abhalten, Geld zur Notenbank zu tragen. Die Währungshüter wollen die Institute stattdessen dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben. Dies soll die Wirtschaft ankurbeln und zugleich die Inflation anheizen. Die Branche kostet es allerdings Milliarden.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Lagarde im Juli als Nachfolgerin von Mario Draghi an der Spitze der EZB nominiert. Der offizielle Beschluss soll im Oktober fallen - nach Konsultationen mit dem Europaparlament.