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Syrien-Gipfel: Erdoğan, Putin, Rohani sprechen über Idlib

Syrien-Gipfel: Erdoğan, Putin, Rohani sprechen über Idlib
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfängt an diesem Montag den russischen Staatschef Wladimir Putin und seinen iranischen Kollegen Hassan Rohani zu Gesprächen über das Bürgerkriegsland Syrien. Ein Fokus des Dreiergipfels in Ankara ist nach türkischen Angaben die Situation in der Rebellenhochburg Idlib. Außerdem soll es demnach um eine
freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien gehen. Auch bilaterale Gespräche seien geplant.

Mensur Akgun, Global Political Trends Center in Turkey - Istanbul Kültür University:

"Ich meine, sie werden versuchen, einen Weg für das Funktionieren des Verfassungsausschusses zu finden, damit ein friedlicher Übergang in Syrien stattfinden kann, der für die Region und die Türkei und für den Rest der Welt äußerst wichtig ist."

Die Kämpfe in der nordwestsyrischen Rebellenhochburg Idlib sind das Hauptthema bei dem fünften Syrien-Gipfeltreffen der drei Länder. Vor zwei Jahren hatten sich Erdoğan, Putin und Rohani zum erstenmal an einen Tisch gesetzt. Was bei dem Gipfel herauskommt, sei kaum voraussagbar, so eine Expertin von der Universität Marmara.

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Bilgehan Alagoz, Ph.D, Institute of Middle East Studies, Turkey Marmara University:

"Das Hauptproblem besteht darin, dass alle drei Akteure unterschiedliche Ziele für Syrien verfolgen. Für die Türkei ist dies ein nationales Sicherheitsproblem und für Russland ein Teil der globalen Strategie. Vor diesem Hintergrund ist eine schnelle Prognose nicht einfach. "

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Russland, die Türkei und Iran hätten in den vergangenen zweieinhalb Jahren dafür gesorgt, dass die meisten Teile Syriens von Terroristen befreit und nun unter Kontrolle der Zentralregierung seien, sagte Rohani. Nur Idlib und der östliche Teil des Euphrats seien wegen ausländischer Einmischung weiterhin unsicher.

Idlib ist die letzte Rebellenbastion nach mehr als acht Jahren Krieg. Die Stadt liegt rund 50 km südwestlich von Aleppo, die Grenze zur Türkei ist etwa 20 km entfernt. Gefechte in Idlib könnten bis zu eine Million Migranten in die Türkei treiben, fürchten Beobachter. Mehrfach hatte Erdogan in jüngster Zeit betont, sein Land könne nach der Aufnahme von 3,6 Millionen Syrern keine weiteren Flüchtlinge versorgen. Er fordert mehr Unterstützung aus Europa und hat deshalb die Möglichkeit angedeutet, Syrer nach Europa durchreisen zu lassen.

su mit dpa