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Abhilfe bei Rückenschmerzen: Spexor-Roboter entlastet Wirbelsäule

Abhilfe bei Rückenschmerzen: Spexor-Roboter entlastet Wirbelsäule
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Dieses neue Gerät wurde entwickelt, um Schmerzen im unteren Rücken vorzubeugen, und um diejenigen zu unterstützen, die schon darunter leiden. Wir sind hier in Slowenien - dort wo es entwickelt wurde - und testen es in der Praxis.

Es mag ein wenig seltsam und unhandlich aussehen, aber dieses Gerät, das im Rahmen des EU-Forschungsprojekts "Spexor" entwickelt wurde, könnte Sie zukünftig vor Schmerzen im unteren Rücken schützen.

Projektkoordinator Babic erklärt den neuen Spexor-Roboter

"Das ist ein tragbarer Roboter, eine Art Exoskelett für den Rücken. Es ist am menschlichen Körper befestigt, hier - an den Oberschenkeln, am Becken und am Rücken. Es hat ein Gelenk in der Hüfte, es hat diesen Selbstausrichtungsmechanismus und ein Wirbelsäulenmodul, das sich zusammen mit dem Träger beugt und die Wirbelsäule entlastet", erklärt Jan Babic Spexor Projekt-Koordinator am Jozef-Stefan-Institut.

Prototyp bringt Entlastung für den Rücken

Die Carbonfaserstangen auf der Rückseite stützen und entlasten den Rücken, während die Federn an den Oberschenkeln einen kleinen Druck auf die Beine ausüben. Das 6,3 Kilogramm schwere Gerät ist passiv, während der Träger läuft und aktiviert sich nur, wenn es gebraucht wird:

"Das Gerät weiß tatsächlich, was Sie tun. Basierend auf Wahrscheinlichkeiten sagt es voraus, was Sie als nächstes tun werden", so Babic.

Forscher studieren Bewegungsabläufe

Diese Wissenschaftler untersuchen, wie Menschen ihren Rücken beugen. Dafür nutzen sie Sensoren, die vibrieren, sobald Sie etwas falsch anheben. Auf diese Weise sollen Menschen lernen, sich besser zu bewegen. Die Forscher sehen in dem Gerät eine wichtige Möglichkeit, Problemen vorzubeugen.

"Beim Laufen die richtige Bewegung zu erlernen, ist der richtige Weg, um die Muskeln zu stärken. Aber manchmal ist es nicht möglich, schädliche Bewegungen zu vermeiden. Dann kommen andere Lösungen ins Spiel, wie beispielsweise Unterstützung von außen", Nejc Sarabon.

Soweit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Test im Betriebsalltag: Besteht der Spexor-Roboter?

Die Forscher wollen ihr System bei dem Maschinenbau-Unternehmen Hidria testen. Die 2.000 Angestellten stellen Teile für die Automobilbranche her. Das Exoskelett überträgt die Kraft vom Rücken des Angestellten auf seine Beine und gibt ihm einen zusätzlichen Schub nach oben.

"Es drückt hier an der Lendenwirbelsäule, an den Seiten, es bewegt sich auf elastische Weise, es ist wirklich ein angenehmes Gefühl", sagt Romana Kajdiz. Kollege Tadej Dragan fügt hinzu:

"Solange die Schmerzen in meinem Rücken, meinen Beinen, den Armen nachlassen, bin ich zufrieden."

Doch bei dem Einsatz im Betriebsalltag wird auch schnell klar, dass dieser Prototyp zu groß und zu sperrig ist.

Spexor-Roboter im Alltagstest

"Wir arbeiten an einem Design, bei dem Motoren auf der Rückseite befestigt werden, damit die Bewegungen des Trägers nicht eingeschränkt werden", wie Projekt-Koordinator Babic.

Mit einem ergonomischeren Design glauben die Forscher, dass ihr Exoskelett wirklich zu Verbesserungen führen kann. Die größte Herausforderung besteht darin, Angestellte ohne Rückenschmerzen von seinem Nutzen zu überzeugen.

Exoskelett bald für kommerziellen Gebrauch nutzbar?

"Sollten Sie nicht schon wegen einer Krankheit in Behandlung sein, ist es sehr schwer, die Menschen von dieser Technologie zu überzeugen. Es fühlt sich wie eine zusätzliche Last an, wenn Sie keine Probleme haben. Aber wenn Sie mit der Behandlung anfangen, wenn Sie das Problem schon haben, ist es meistens schon zu spät."

Der nächste Schritt - mit einem weiteren Partner in diesem EU-Projekt - zielt darauf ab, das Gerät zu einem kommerziell nutzbaren Produkt zu machen.