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Todesschüsse von Halle: „Staatsgefährdende Tat“

Todesschüsse von Halle: „Staatsgefährdende Tat“
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Bei den Schüssen von Halle an der Saale mit zwei Toten geht die Bundesanwaltschaft von einer staatsgefährdenden Tat aus. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte ein Sprecher. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur mit Berufung auf Sicherheitskreise deutet bislang alles auf einen Einzeltäter hin. Eine Person wurde festgenommen, nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel handelt es sich um einen 27-jährigen Deutschen. Zunächst hatte die Polizei von mehr als einem mutmaßlichen Täter gesprochen. Auf Aufnahmen, die den mutmaßlichen Täter zeigen sollen, ist eine dunkel gekleidete Person zu sehen, die ein Gewehr im Anschlag hält und mit einen Schutzhelm ausgestattet ist.

Ein Zeuge sagte: „Da stand hier die Polizei, so wie hier und noch ein Wagen. Und dann wurde hier geschossen. Ich dachte erst, das ist die Baufirma hier, die Betonbrocken runterschmeißen. So hörte sich das an, es war aber eine richtige Schießerei. Da flogen hier die Projektile rum, die schlugen hier irgendwo ein. Das hat man richtig gehört, auf Blech. Ja, das habe ich noch mitgekriegt, ich wollte ja über die Straße gehen. Dann musste ich erst mal in Deckung gehen. Das war ja wie Wildwest.“

Die Gefährdungslage wurde am frühen Abend aufgehoben, nachdem am Vormittag im Paulusviertel zwei Menschen erschossen worden waren: Ein Opfer wurde in der Nähe einer Synagoge gefunden, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle sagte, der Täter habe versucht, sich mit Gewalt Zugang zu dem Gotteshaus zu verschaffen. Dort fanden Feierlichkeiten anlässlich des Festes Jom Kippur statt.

Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer von Halle entfernt, fielen Schüsse. Es war zunächst eine amtliche Gefahrenmeldung herausgegeben worden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Alle Rettungskräfte der Feuerwehr wurden den Behörden zufolge in Alarmbereitschaft versetzt. Die Bevölkerung war aufgefordert worden, Gebäude und Wohnungen nicht zu verlassen.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, brach aufgrund der Tat eine Brüssel-Reise ab.