Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Lustreisen und Medienschelte: Ungarns wilder Wahlkampf

Lustreisen und Medienschelte: Ungarns wilder Wahlkampf
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Zsolt Borkai, Bürgermeister von Györ, ist unfreiwillig in den Mittelpunkten des ungarischen Kommunalwahlkampfes gerückt. Die Ausschweifungen des Politikers der Regierungspartei Fidesz samt Lustreisen und der Inanspruchnahme der Dienste von Prostituierten haben in dem Land eine Menge öffentliches Getöse ausgelöst - und eine Diskussion über die Rolle der Medien. So wird unter anderem den öffentlich-rechtlichen Sendern und Zeitungen eines Verlegers, der Ministerpräsident Viktor Orban zu seinen Freunden zählt, vorgeworfen, nur sehr spärlich und mit Verzögerung über den Fall berichtet zu haben.

Und Orbans Fidesz-Partei wird vorgehalten, große Teile der ungarischen Medienlandschaft zu kontrollieren. Fidesz benachteilige kritische Journalisten, beklagt Attila Babos, Lokalreporter aus der Stadt Pécs. „Es ist sehr selten, dass wir Antworten vom Stadtrat bekommen, seitdem wir 2017 über die katastrophale wirtschaftliche Lage der Stadt geschrieben haben. Selbst wenn wir jemanden in Pressekonferenzen fragen, heißt es, wir sollten an den Stadtrat schreiben, um Antworten zu erhalten. Das ist irrwitzig“, so Babos.

Gábor Polyák, Hochschullehrer für Kommunikation und Medien an der Universität Pécs, meint: „Lokale Medien können einen großen Einfluss auf den Wahlkampf haben. Beispielsweise werden Lokalzeitungen kostenlos und in großer Stückzahl an Haushalte verteilt. Die werden sogar von den Menschen gelesen, die sich nicht für politische Nachrichten interessieren.“

Zahlreiche Medien, denen von der Opposition vorgeworfen wird, zu freundlich über Ministerpräsident Orban zu berichten, wurden im Dezember unter dem Dach einer Stiftung zusammengefasst. Justizministerin Judit Varga wiederum warf Medien aus westeuropäischen Ländern vor, gezielt negativ über die ungarische Regierung zu berichten.