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Ungarn: 45.000 Kandidaten kämpfen um Einzug in Gemeinderäte

Ungarn: 45.000 Kandidaten kämpfen um Einzug in Gemeinderäte
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In Ungarn wird in diesem Monat gewählt - jedoch nicht landesweit, sondern auf kommunaler Ebene.

In und um die Hauptstadt Budapest schmücken zahlreiche Plakate aller politischer Parteien Häuser und Werbetafeln - anders sieht es auf dem Land aus. Dort sind vor allem Gesichter der Fidesz-Partei und unabhängiger Kandidaten präsent.

"Wir sind im Nordosten von Ungarn. Wir wollen herausfinden, wie die Parteien in kleinen Gemeinden wie dieser hier um Stimmen kämpfen. Wahlkampf betreiben vor allem Fidesz und andere unabhängige Kandidaten, aber von Oppositionsparteien findet sich noch nicht mal eine Werbetafel", sagt Euronews-Reporterin Beatrix Asboth.

Wahlwerbung: Unnütze Kosten?

Fidesz wirbt auf vier von fünf Plakaten, von den Oppositionsparteien finden wir kein einziges in den Ortschaften der Region. Der Bürgermeister von Komlóska, László Köteles, erklärt uns, dass Werbeplakate für die Anwohner unnütze Kosten mit sich bringen - die Kandidaten sprächen lieber persönlich mit den Wählern, auf Wahlveranstaltungen oder verteilten Zettel. Die Kommunalwahlen seien für jede Gemeinde äußerst bedeutsam, so Köteles:

"Bis 1990 hatten die kleinen Ortschaften nicht einmal einen Gemeinderat. Dörfer mit weniger als 600 Einwohnern haben ihr Recht auf Selbstbestimmung erst nach dem damaligen Regimewechsel zurück bekommen. Aus diesem Grund sind die Kommunalwahlen sehr wichtig, denn inzwischen können sie über ihre eigene Zukunft entscheiden, ihr Steuersystem, über wirtschaftliche und umweltpolitische Fragen und wofür das wenige Geld, das die Kommunen bekommen, ausgegeben wird - sei es in Infrastruktur - also Straßen oder Kanalisation oder was auch immer wichtig für sie ist."

Persönliche Gespräche wichtiger als Parteizugehörigkeit

In mehr als 90 Prozent der Dörfer treten unabhängige Kandidaten an. Die Bevölkerung wählt vor allem für diejenigen, die sie kennt - Parteienzugehörigkeit spielt eine eher untergeordnete Rolle. So erklärt diese Anwohnerin aus Komlóska, dass vor allem ihre persönliche Situation für ihre Entscheidung ausschlaggebend ist. Als Mutter eines anderthalbjährigen Sohnes brauche sie einen Kindergartenplatz - auch die Qualität der Schulbildung sei wichtig. Eine andere Anwohnerin kämpft für das Überleben ihres Dorfes - dafür will sie ihre Stimme geben.

An diesem Sonntag wird sich entscheiden, welche der insgesamt 45.000 Kandidaten in den 3150 Gemeinden im ländlichen Raum überzeugen können.