Eilmeldung

Horst Seehofer, Halle und die Gamerszene - Warum der Aufschrei?

Horst Seehofer, Halle und die Gamerszene - Warum der Aufschrei?
Copyright
REUTERS/Hannibal Hanschke
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Der rechtsextreme Angreifer von Halle, Stephan B., hat seine Gewalttat extra fürs Internet vorbereitet und live auf der Plattform für Videospiele Twitch gestreamt. Später wurde das Video tausendfach geteilt, offenbar dauerte es aber eine ganze Weile, bevor gemeldet wurde, dass ein Gewaltverbrechen für rechtsextreme Propaganda genutzt wurde.

Nach dem Attentat versprach der deutsche Innenminister Horst Seehofer, die bereits geplante Reform für eine bessere Bekämpfung des Rechtsextremismus zu beschleunigen. Zudem hatte er in Halle zugesagt, die Bundesregierung werde alles tun, damit "die Juden in unserem Land ohne Bedrohung, ohne Angst leben können".

Am Freitag in der ZDF-Sendung "Was nun?" erklärte Seehofer mit Blick auf die AfD, bei einzelnen Personen und Reden laufe ihm ein Schauer über den Rücken. "Deshalb wäre die AfD gut beraten, sich von solchen Reden und von solchen Personen klar zu distanzieren. Das erwarte ich als Bundesinnenminister."

"Gamer-Szene stärker in den Blick nehmen"

Doch am Samstag meinte der Innenminister in der ARD auch, man müsse die Gamerszene stärker in den Blick nehmen. Die Reaktionen auf diesen Satz haben sich im Netzwerk Twitter zu einem Trending Topic entwickelt.

Am Sonntag zitierte ein Tweet des Innenministeriums Seehofer mit den Worten: "Ob analog oder digital: Wir wollen Rechtsextremisten dort bekämpfen, wo sie aktiv sind."

Viele Gamer fühlen sich zu Unrecht angegangen und unter Generalverdacht gestellt.Inzwischen melden sich auf Frauen zu Wort, die bestätigen, dass es durchaus Sexismus und Rechtsextremismus in der Gamerszene gibt. Allerdings haben viele Gamer damit nichts im Sinn.

LeFloid, der Youtuber, der schon mit Angela Merkel diskutiert hat, beschreibt Seehofer als "verwirrten alten Mann".

//////////////

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.