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Tödliche Gewalt in der Ehe - Frankreich reagiert mit Fußfessel

Tödliche Gewalt in der Ehe - Frankreich reagiert mit Fußfessel
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In Frankreich wird alle drei Tage eine Frau von ihrem Partner ermordet. Diese alarmierende Statistik macht das Land zur Nummer drei in Westeuropa hinter Deutschland und der Schweiz.

Jedes Jahr erklären 220.000 Frauen in Frankreich, Opfer häuslicher Gewalt zu sein. Experten gehen aber davon aus, dass viele Fälle gar nicht erst gemeldet werden.

Um den Statistiken entgegenzuwirken, hat die französische Nationalversammlung in dieser Woche fast einstimmig die Einführung von Rechtsvorschriften beschlossen. Darin enthalten ist unter anderem die Genehmigung einer elektronischen Fußfessel zum Schutz von Frauen vor gewalttätigen Ehepartnern.

Das Armband existiert bereits in mehreren europäischen Ländern, insbesondere in Spanien, wo es die Zahl der Todesfälle deutlich reduziert hat. Es wird von dem verurteilten Ex-Ehepartner getragen - der dann aufgrund eines elektronischen Signals verfolgt werden kann. Die nachweisbare Einhaltung der Maßnahme kann zu einer Strafmilderung führen.

Richter legt Reichweite fest

Die Reichweite des zu verfolgenden elektronischen Signals hat eine entscheidende Bedeutung. Ein Richter legt einen räumlichen Umfang um das Opfer fest, den der Ex-Ehepartner nicht überschreiten darf.

In Frankreich ist das Ziel, das Gerät Anfang kommenden Jahres auf den Markt zu bringen. Da das Thema nach langer Zeit zu einer Priorität in der französischen Politik aufgerückt ist, wurde die Initiative von Frauenrechtlern begrüßt. Aber es gibt Wut darüber, dass es so lange gedauert hat. Beklagt wird, es sei zu spät für Hunderte von Opfern häuslicher Gewalt. 121 Todesopfer waren es im Jahr 2018, über 100 bereits im laufenden Jahr.

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