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Tote und gerettete Migranten - Italien testet neues Verteilverfahren

Tote und gerettete Migranten - Italien testet neues Verteilverfahren
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Vor der italienischen Insel Lampedusa ist am Samstagabend ein mit mehr als 150 Migranten überladenes, zehn Meter langes Boot gekentert. Die italienische Küstenwache konnte nach eigenen Angaben 149 Menschen retten, 133 Männer, 13 Frauen und 3 Kinder. Überlebende des Unglücks meldeten rund 20 Vermisste, bis Sonntagnachmittag wurden fünf Frauen tot gefunden.

Auf dem Boot sollen Algerier, Tunesier und Pakistaner gewesen sein. Die zuständige Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent habe Ermittlungen wegen Begünstigung der
illegalen Einwanderung und vielfacher fahrlässiger Tötung eingeleitet, so Medien ("Ansa").

"OCEAN VIKING" DARF IN DEN HAFEN

Während das Schiff «Ocean Viking» nach seinem jüngsten Rettungseinsatz im Mittelmeer vor der libyschen Küste am Sonntag mit 213 Geretteten an Bord in den Hafen der italienischen Stadt Messina einlaufen konnte, ist das spanische Rettungsschiff «Open Arms» noch im Mittelmeer unterwegs. Es hatte am Donnerstag 73 Migranten an Bord genommen.

"OPEN ARMS" BITTET VERGEBENS

Riccardo Gatti, Einsatzleiter «Open Arms»

"Wir sind in einem Sturm mit Wellen von bis zu drei Metern und haben wiederholt nach einem Hafen gefragt, wo wir an Land können. Wir haben Italien gebeten, da da der nächste sichere Hafen lag und dann auch Malta, und wir haben keine Antwort bekommen."

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Unter den meist mittel- und westafrikanischen Migranten sind drei Frauen, zwei Kleinkinder und 24 unbegleitete Minderjährige („Reuters“). Elf Menschen Menschen konnten am Sonntag abend nach einem Tweet von „Open Arms“ als Notfälle das Schiff verlassen.

"OCEAN VIKING" - DER TEST

Die 213 Geretteten der «Ocean Viking» sollen nach einem neuen Verfahren verteilt werden.

Wie das italienische Innenministerium dazu erläuterte, beantragten Italien, Deutschland, Frankreich und Malta zum ersten Mal gemeinsam bei der EU-Kommission, die Umverteilung der Migranten einzuleiten. Diese vier Länder hatten sich bei einem Treffen auf Malta am 23. September auf eine Grundsatzeinigung für die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer verständigt. «Dies ist ein wichtiger Schritt mit Blick auf eine solidarische Steuerung der Flüchtlingsströme, die die Mittelmeerroute betreffen», schrieb das italienische Ministerium.

su mit dpa, ANSA

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