Eilmeldung

Wildes Lager: "Uns Migranten wird das zugemutet"

Wildes Lager: "Uns Migranten wird das zugemutet"
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

10 Millionen Euro hat Bosnien-Herzegowina von der EU für die Unterbringung von Migranten im Winter bekommen. Das neue Quartier für diese Gruppe in Vucjak an der Grenze zu Kroatien ist noch nicht fertig. Die gut 700 Migranten sind empört. Noch etwa 20 Tage müssen sie warten.

Ohnehin wollen sie lieber nach Frankreich oder nach Deutschland. Doch wenn sie auf dem Weg dorthin in Kroatien von der Polizei aufgegriffen werden, nehme man ihnen Geld und Handy weg und schicke sie zurück hierher, sagen sie. Kroatien bestreitet dies.

Auf der sogenannten Balkanroute sind diese Migranten bis an die Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien.

Ein 21- Jähriger aus Pakistan klagt: "Das ist einfach nicht in Ordnung. Uns Migranten wird das zugemutet. Anderen Menschen wird nicht zugemutet, draußen zu leben. Mein Zelt ist unter dem Schnee eingebrochen. Helfen Sie mir."

Das Rote Kreuz versorgt die illegalen Einwanderer mit Essen und Kleidung und anderen für den Alltag notwendigen Gegenständen, wie Rasierapparaten und Seife.

Der für Innere Sicherheit zuständige Minister von Bosnien-Herzegowina, Dragan Mektic, erklärt, man arbeite auf Hochtouren, um eine ehemalige Kaserne bei Sarajewo für die Illegalen aus Vucjac herzurichten. "Das wilde Lager in Vucjak aufzulösen, steht ganz oben auf unserer Liste."

Keine Willkommensgeschenke

Doch die Einheimischen, die neben der Kaserne leben, freuen sich nicht auf die neuen Nachbarn. Ein Mann sagt, wenn die Migranten kommen, sei es mit der Sicherheit vorbei.

"Sie sollen aufpassen! So mancher hier ist bereit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, um seine Familie und seine Kinder zu schützen." Auch seine Freunde sind dieser Meinung. "Wir werden uns schützen." Er erinnert an Verbrechen durch Migranten in anderen Städten Bosnien-Herzegowinas, von denen er in den Nachrichten gehört hat.

Das wilde Lager ist auch eine hygienische Katastrophe. Die Krätze ist schon ausgebrochen.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.