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Der Russische Alleingang im Gesundheitssystem

Der Russische Alleingang im Gesundheitssystem
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Wenn Daria das Haus verlässt, ist ihre Sauerstoffflasche auf zwei Rädern immer dabei. Die 24-jährige ist auf sie angewiesen. Wie ihr ergeht es rund 4000 Menschen in Russland, die an Mukoviszidose leiden - eine vererbte Stoffwechselerkrankung, die vor allem die Lungen angreift. Aber ihr könnte es deutlich besser gehen - sagt sie. Daria protestiert vor dem russischen Gesundheitsministerium. Und sie hat eine Petition gestartet. 200.000 Menschen haben diese bereits unterzeichnet.

Russland blockiert den Import von ausländischen Arzneimitteln

Daria fordert, dass russische Patienten selbst bestimmen dürfen, ob sie auf ausländische Antibiotika zurückgreifen wollen. Sie selbst wartet auf eine Lungentransplantion. Es würde ihre Chancen ein langes Leben zu führen deutlich erhöhen - und die Abhängigkeit von wenig wirkungsvollen Medikamenten reduzieren.

Vor einigen Jahren hat Russland beschlossen, ausländische Arzneimittel durch heimische Arzneimittel zu ersetzen. Dahinter steckt eine nationale Strategie. Infolgedessen wurden viele ausländische Arzneimittel grundsätzlich vom Markt genommen,

Ein Arzt berichtet von dem Dilemma der Ärzte: "Sie haben Angst, die Nebenwirkungen zu melden. Sie haben Angst, dann beschuldigt zu werden und ihnen vorgeworfen wird, etwas Falsches verschrieben zu haben."

Auch Sacha ist mit Mukoviszidose auf die Welt gekommen. Die Vierjährige wurde alleine letztes Jahr drei Mal ins Krankenhaus eingewiesen. Doch Besserung konnten die russischen Medikamente nicht bringen. Sachas Eltern sahen sich gezwungen, eine Behandlung im Ausland zu versuchen. Seit ihrem Krankenhaus-Aufenthalt in Israel geht es Sacha viel besser. Aber nun sitzen Sachas Eltern auf dem Kredit für die teure Behandlung.

Krebskranke Kinder leiden unter Nebenwirkungen von russischen Medikamenten

Die russische Gesundheitskrise geht auch an anderen Krankheiten nicht vorbei. In der Region Krasnojarsk wurde vielen krebskranke Kinder während der Chemotherapie mit einem russischen Generika behandelt. Die 9-jährige Sophia leidet heute unter den Nebenwirkungen. Ihre Hände und Beine kann sie nicht mehr bewegen. Selbst wenn Eltern von krebskranken Kindern das Originalmedikament kaufen, weigern sich die Krankenhäuser, es zu verschreiben.

Der Kinderonkologe Aleksey Maschan ist einer von Wenigen, der der medizinischen Autarkie den Kampf angesagt hat. In einem Brief warnte er den Gesundheitsminister: Die Sterblichkeitsrate krebskranker Kinder in Russland steige um 30 Prozent, wenn ausländische Medikamente weiterhin verboten blieben.

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