Eilmeldung
This content is not available in your region

Jagd, Umweltschutz, Artenvielfalt: Ist Frankreich „schizophren“?

Jagd, Umweltschutz, Artenvielfalt: Ist Frankreich „schizophren“?
Copyright
Quelle: © Europäische Union 2016
Schriftgrösse Aa Aa

Mit dem Beginn des Jahres nimmt in Frankreich das neue Amt für Artenvielfalt, kurz OFB, seine Arbeit auf. Die Behörde untersteht dem Umweltministerium und wurde aus der Zusammenlegung zweier staatlicher Stellen gebildet, die bislang eigenständig in Sachen Umwelt- und Artenschutz sowie Jagd arbeiteten. Nach Angaben des Umweltministeriums sind in Frankreich 1242 Arten vom Aussterben bedroht. Yves Vérilhac, der Vorsitzende des Vogelschutzvereins LPO, bezweifelt, dass das neue Amt die gefährdeten Tiere wird retten können.

„Die Abnahme der Artenvielfalt ist eine riesige Herausforderung: 30 Prozent weniger Vögel, 80 Prozent weniger Insekten. Wird das Amt diese Abnahme aufhalten? Nein, sicher nicht, und schon gar nicht alleine.“

Im Juli sprach die Europäische Union eine Verwarnung gegen Frankreich aus und forderte die Abschaffung gewisser Methoden bei der Vogeljagd, etwa mit Netzen und Leimruten.

Vérilhac: „Sobald es darum geht, den Interessenvertretern von Landwirtschaft und Jagd die Stirn zu bieten, gibt es in Frankreich eine Schizophrenie. Der Staat und die Abgeordneten sind schizophren. Unser Land wird im Juni den Weltkongress der Union zur Bewahrung der Natur ausrichten, aber wie kann man vorangehen, wenn Frankreich zulässt, dass 64 Vogelarten gejagt werden? Das ist doppelt so viel wie der europäische Durchschnitt, darunter befinden sich rund 20 Arten, die auf der roten Liste stehen. Manche sind weltweit bedroht, dennoch werden sie in Frankreich weiterhin abgeschossen.“

Den französischen Behörden zufolge sollen 1700 sogenannte Umweltpolizisten im Dienst des neuen Amts für Artenvielfalt zum Einsatz kommen, um den Erhalt von Naturräumen und die Einhaltung der Umweltschutzvorschriften sicherzustellen.

Der Kampf gegen die Abnahme der biologischen Vielfalt sei ein vorrangiges Thema für die Gesellschaft und die Regierung, heißt es seitens des französischen Umweltministeriums. Bekämpft werden soll dieses Problem mit einem im Juli 2018 verabschiedeten Maßnahmenpaket.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.