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Gibraltar-Pendler bangen: Was wird aus La Linea?

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Gibraltar
Gibraltar   -   Copyright  AP Photo
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Am Grenzübergang zwischen Spanien und Gibraltar ist auch nachts Verkehr. 15.000 Spanier arbeiten in dem britischen Überseegebiet. Sie drücken jetzt die Daumen, dass noch in diesem Jahr ein Abkommen zwischen London und Madrid zustande kommt.

Wenn nicht, kommt eine harte Grenze. Die Gemeinden in Südspanien sind arm und haben ein großes Interesse daran, dass die Einwohner weiter problemlos in Gibraltar arbeiten dürfen. Oscar Aguilera wohnt in La Linea in Spanien, 35 Prozent der Menschen sind dort arbeitslos. Er hatte Glück, sagt er, und fand eine Arbeit "auf dem Felsen", in Gibraltar.

Er sagt: "Ich arbeite seit sechs Jahren in Gibraltar. In La Linea gibt es entweder gar keine Arbeit oder sie ist sehr schlecht bezahlt. Gott sei Dank gibt es für uns Arbeit in Gibraltar. Wenn es mit dem Abkommen nicht klappt, wird es viele Papiere zum Ausfüllen geben. Die Unsicherheit ist im Moment groß."

Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo twitterte, wie so oft sei sich La Linea mit Gibraltar einig. Gibraltar würde nämlich gerne dem Schengenraum beitreten, dann wären alle Probleme gelöst. Doch ob London da mitmacht, ist offen.

Gibraltar liegt im Süden der iberischen Halbinsel und gehört zu Großbritannien. Beim Referendum 2016 hatten 96 Prozent der Bewohner von Gibraltar gegen den Brexit gestimmt, also für einen Verbleib in der EU.

Die Gibraltarfrage wurde mit dem Brexit-Abkommen zwischen Brüssel und London nicht gelöst. Jetzt laufen die Verhandlungen zwischen Gibraltar und Madrid auf Hochtouren.

50 Prozent der Arbeitnehmer in Gibraltar kommen aus Spanien.

Lorenzo Perez-Perianez ist der Chef des Verbandes der kleinen und mittleren Geschäfte in La Linea: "Wenn hier eine harte Grenze kommt, glaube ich, dass La Linea verschwinden wird. Über kurz oder lang. Denn wir sind von Gibraltar abhängig. Und nicht nur die Wirtschaft betrifft das, sondern auch Familienbande, das soziale Leben. Wir können doch Familien nicht auseinanderreißen."

Die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez warnte vor einer harten Grenze.

Das Haupthindernis für eine Einigung scheint die Kontrolle der Passagiere im Hafen und am Flughafen von Gibraltar zu sein. Spanien fordert, dass die europäische Grenzbehörde Frontex zuständig bleibt, die direkt an die spanischen Behörden Bericht erstattet.