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Gesundheitsbehörde bestätigt drei weitere Corona-Fälle in Bayern

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Gesundheitsbehörde bestätigt drei weitere Corona-Fälle in Bayern
Copyright  Xiao Yijiu/Xinhua via AP   -   Xiao Yijiu
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In Bayern gibt es jetzt vier bestätigte Fälle einer Coronavirusinfektion. Drei neue Fälle stünden in Zusammenhang mit der Erkrankung eines 33-Jährigen aus Bayern, der im Klinikum München Schwabing behandelt wird. Er hatte sich in Deutschland während einer Schulung bei einer chinesischen Mitarbeiterin seines Unternehmens infiziert. Sie stammt aus Schanghai, einige Tage vorher hatte sie Besuch aus der Region Wuhan, wo die Infektion ursprünglich ausgebrochen ist.

Die drei neu infizierten Personen arbeiten nach Angaben des bayrischen Gesundheitsministeriums in derselben Firma im Landkreis Starnberg.

Melanie Huml, die bayrische Gesundheitsministerin, hatte die Suche nach Kontaktpersonen des ersten Patienten als oberste Priorität bezeichnet.

"Wenn man sich den aktuellen Fall ansieht, geht es dem Patienten gut. Allerdings ist er noch immer isoliert in der Schwabinger Klinik in München, wo er unter ärztlicher Aufsicht steht. Die Such nach seinen kontaktpersonen läuft auf Hochtouren, vor allem im familiären Umfeld und im Umfeld der Firma."

Die Suche nach Kontaktpersonen des Infizierten hat höchste Priorität, um die Ausbreitung zu verhindern. Es geht um ungefähr 40 Personen aus Firma und Familie. Diese engeren Kontakte werden bis zum Ende der 14 tägigen Inkubationszeit isoliert. Die Infektion ist die erste "Mensch zu Mensch" Übertragung in Europa.

Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

"Die Ansteckung ist wohl in einem Intervall passiert, als die Chinesin noch symptomfrei war.”

Chinsesische Studenten nahe Paris in Quarantäne

In Frankreich wurden zwei chinesische Studenten für zwei Wochen isoliert, die gerade frisch von ihrem Heimaturlaub in China zurückgekehrt sind. Eine Infektion ist nicht bestätigt.

Bestätigt sind damit in Frankreich insgesamt vier Fälle. Einer der Patienten ist ein älterer Chinese, der aus der Provinz Hubei stammt, in der auch Wuhan liegt. Er liegt laut des französischen Gesundheitsministeriums auf der Intensivstation einer Pariser Klinik und ist in kritischem Zustand.

EU aktiviert Katastrophenschutzprotokoll

Auf Bitten Frankreichs wurde das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert, um konsularische Unterstützung für EU-Bürger in China zu leisten.

Das EU-Koordinierungszentrum für Notfallmaßnahmen ist rund um die Uhr im Einsatz und steht in ständigem Kontakt mit den Mitgliedstaaten, den EU-Delegationen in der Region und der chinesischen Botschaft in Brüssel.

Zwei Flugzeuge werden EU-Bürger aus dem Gebiet von Wuhan nach Europa zurückbringen. Das erste Flugzeug soll Mittwoch aus Frankreich abfliegen, das zweite soll im Laufe der Woche starten.

Etwa 250 französische Bürger sollen mit dem ersten Flug zurückkommen, weitere 100 EU-Bürger aus anderen Ländern sollen mit dem zweiten Flug nachkommen. Weitere Flüge könnten in den kommenden Tagen folgen.

Agnès Buzyn, französische Gesundheitsministerin

"Wir stellen ein medizinisches Team zusammen, das das Flugzeug begleitet. Ziel ist es, schon vor Ort festzustellen, ob da Infizierte oder Erkrankte sind, die Betreuung oder einen speziellen Transport brauchen, denn wir dürfen Kranke und Menschen ohne Symptome nicht mischen.

Auf dem ersten Flug werden deshalb nur Passagiere sein, die keine Krankheitssymptome zeigen. Der zweite Flug soll möglicherweise infizierte nach Frankreich zurückholen. Es geht um 500 bis 1000 Personen, für bereits Quarantänelager in Frankreich eingerichtet werden, in denen sie 14 Tage verbringen sollen.

Höhepunkt der Epidemie nicht nicht in Sicht

Die Ansteckung mit dem sich schnell ausbreitenden Coronavirus hat in China das inzwischen mehr als 100 Menschen Leben gekostet. In Europa gibt es aktuell neben Deutschland mit einem Fall noch drei bestätigte Infizierte in Frankreich, dazu kommen bisher wenige weitere Verdachtsfàlle.

In aller Eile werden in Wuhan neue Forschungs- und Testlabors zur Entwicklung eines Impfstoffs und der Entwicklung von Behandlungsmethoden gebaut.

Viele Städte in den betroffenen Gebieten werden vermutlich so lange unter Quarantäne stehen, bis die Epidemie ihren Höhepunkt erreicht hat, der in den kommenden Wochen erwartet wird.