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Coronavirus: British Airways fliegt nicht mehr nach China

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Coronavirus: British Airways fliegt nicht mehr nach China
Copyright  Matt Dunham/ AP   -   Matt Dunham
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British Airways stellt wegen des Coronavirus alle Direktflüge zwischen Großbritannien und China ein. Dies gelte für Verbindung von und auf das chinesische Festland, so die Fluggesellschaft in einer Mitteilung. Man handele auf Anweisung des Außenministeriums, das von allen nicht notwendigen Reisen abriet. Die Airline bietet täglich Flüge von London-Heathrow nach Peking und Schanghai an. In Großbritannien wurden bislang noch keine Fälle nachgewiesen.

Die Lufthansa fliegt vorerst weiter nach China. "Wir beobachten die Lage sehr genau", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Aktuell fänden alle Flüge von und nach China planmäßig statt. Allerdings beobachtet die Fluggesellschaft eine "leichte Buchungszurückhaltung".

Vier Infektionen in Deutschland

In China steigt die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit sprunghaft an. In Deutschland wurden vier Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Die drei am Dienstagabend bekannt gewordenen neuen Fälle stehen in Zusammenhang mit dem ersten Patienten in Bayern, der sich bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte. In der Volksrepublik stieg die Zahl der Erkrankungen innerhalb eines Tages bis Mittwoch um 1459. Damit sind mehr als 6000 Fälle erfasst. Weitere 26 PatientInnen sind in China gestorben. So kletterte die Gesamtzahl der Todesfälle auf 132.

Während es außerhalb der Volksrepublik etwas mehr als 80 nachgewiesene Infektionen gibt, zählte die Gesundheitskommission in Peking bis Mittwoch rund 5951 Patienten allein in China. Es gibt fast 10 000 Verdachtsfälle. Die Kommission meldete zudem 23 Infektionen in Hongkong, Taiwan und Macao. Peking betrachtet diese Territorien als Teil der Volksrepublik. Von den Patienten sind demnach 1239 schwer erkrankt. Bei den Todesfällen handelt es sich meist um ältere Patienten mit Vorerkrankungen.

Experten: Höhepunkt der Epidemie in zehn Tagen

Die Epidemie wird nach Einschätzung eines führenden chinesischen Lungenexperten erst in sieben bis zehn Tagen einen Höhepunkt erreichen. Wie der Chef des Expertenteams im Kampf gegen das Virus, Zhong Nanshan, der Nachrichtenagentur Xinhua sagte, sind "frühe Entdeckung und frühe Isolation" entscheidend, um das Virus in den Griff zu bekommen. Die Entwicklung eines Impfstoffes wird aus seiner Sicht noch drei bis vier Monate oder länger dauern.

Auf dem Haneda-Flughafen in Tokio ist eine erste Maschine mit rund 200 japanischen Staatsbürgern eingetroffen, die aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus aus China ausgeflogen wurden. Mehrere von ihnen wiesen Anzeichen einer Erkrankung auf, alle Menschen an Bord mussten sich ärztlich untersuchen lassen.

Auch europäische Länder werden Menschen aus China ausfliegen lassen, allein 250 französische Staatsangehörige sollen an diesem Mittwoch in ihr Heimatland zurückgebracht werden. In Frankreich sind wie in Deutschland vier Corona-Fälle bekannt.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn erläuterte: „Wir sind zuversichtlich, weil wir entsprechende Verdachtsfälle und Infektionsfälle dann auch zügig in den Blick und in die Behandlung bekommen, dass wir dann eben auch gut damit umgehen können und eine weitere Ausbreitung des Virus in Deutschland verhindern können.“

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation, tauschte sich in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping aus. Xi kündigte für Samstag wegen der Ausbreitung des Virus eine Sondersitzung des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Kommunistischen Partei an.

Um die erkrankten Menschen zu behandeln, wird in Wuhan kurzfristig ein neues Krankenhaus gebaut. „Die ersten 1000 Bauteile für die beweglichen Gebäude sind fertig, 470 wurden bereits angeliefert. Es darf bei der Lieferung der Bauteile nicht zu Verzögerungen kommen“, so der Bauunternehmer Yang Ning.

In der Millionenstadt Wuhan war der Erreger zuerst aufgetreten. Nach amtlichen chinesischen Angaben sind bisher 132 Menschen an dem Corona-Virus gestorben, fast 6000 Krankheitsfälle wurden bestätigt.