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Fußballtrainer in Wuhan hoffen auf Ausreise: "Wir haben Angst"

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Fußballtrainer in Wuhan hoffen auf Ausreise: "Wir haben Angst"
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Während mehr und mehr Nationen ihre Staatsbürger aus China ausfliegen, warten viele Europäer noch auf eine Rückreisemöglichkeit, um der Gefahr einer Ansteckung durch den Coronavirus zu entkommen.

In der besonders stark von der Epidemie betroffenen Millionenmetropole Wuhan, die mittlerweile einer Geisterstadt gleicht, hängen neun Fußball-Trainer aus Spanien und ihre Angehörigen fest.

Sie arbeiten eigentlich für den Drittligisten Wuhan Three Towns, haben jetzt aber nur noch ein Ziel vor Augen.

"So schnell wie möglich raus"

Der Spanier Pedro Morilla ist der Sportdirektor des Klubs: "Wir wollen hier so schnell wie möglich raus. Wir wissen, dass die spanische Regierung an einer Lösung arbeitet, aber wir wwürden lieber gestern als heute verschwinden. Wir zählen die Stunden. Die Regierung hat uns mitgeteilt, dass sie sich mit anderen europäischen Nationen abspricht. Jetzt warten wir auf weitere Informationen und konkrete Fortschritte. Wir möchten um jeden Preis zurück nach Spanien. Wir haben Angst. Die Zeit vergeht extrem langsam und unsere Familien leiden noch stärker als wir."

Abschottung ist alles

Die spanischen Gastarbeiter und ihre Angehörigen leben in Wuhan in einem abgeschotteten Wohnkomplex. Ursprünglich haben 23 Trainer aus Spanien für den Verein gearbeitet. Nur noch neun von ihnen sind in Wuhan.

Pedro Morilla: "Eine der Grundregeln hier lautet, zu Hause zu bleiben und das halten wir ein. Wir verbringen praktisch die ganze Zeit in unseren vier Wänden. Nur wenn es nötig ist, gehen wir einkaufen. Am zweiten Tag der Absperrung haben meine Kollegen und ich einen Großeinkauf gemacht. Dadurch müssen wir jetzt seltener in den Supermarkt."

Psychische Belastung ist enorm

Unter den spanischen Eingeschlossenen von Wuhan machen sich zunehmend psychische Probleme breit. Verursacht durch Ungewissheit, Informationsmangel und Zukunftsangst.

Aber es gebe, in Grenzen, Ablenkung, sagte Morilla im euronews-Interview: "Wir treffen uns zum gemeinsamen Mittagessen und sprechen viel miteinander. Sonst wäre alles noch schlimmer. Stunden fühlen sich wie Tage an. Um auf andere Gedanken zu kommen, verbringen wir Zeit im Freiluftbereich unseres Wohnkomplexes. In der Wohnung gucken wir viel Fußball, vor allem natürlich die spanischen Ligaspiele, aber auch Spielfilme und Serien."