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Noch ein Skandal? Kemmerich wollte an AfD-nahe Stiftung spenden

Noch ein Skandal? Kemmerich wollte an AfD-nahe Stiftung spenden
Copyright  Martin Schutt/dpa via AP
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Nach dem Aufschrei über die horrende Summe, die einem auch kurzzeitigen Ministerpräsidenten von Thüringen zusteht, hat Thomas Kemmerich reagiert. Der FDP-Politiker erklärte, er wolle keine Summen über das Geld, das er aktuell als Abgeordneter verdient, hinaus annehmen. Und falls er das Geld erhalten sollte, wolle er es einer gemeinnützigen Einrichtung in Thüringen spenden.

Doch erst an diesem Sonntag wird bekannt: Die Stiftung "Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V.“ (VOS, die zunächst die 93.000 Euro bekommen sollte, wird von einem ehemaligen AfD-Politiker geleitet. Der Vorsitzende von VOS, Matthias Katze, ist laut Medienberichten kurz vor den Landtagswahlen im Herbst aus der AfD ausgetreten.

Wie der MDR und das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatten aufgechlüsselt, dass der FDP-Vorsitzende von Thüringen für mindestens sechs Monate als Ministerpräsident eines ostdeutschen Bundeslandes bezahlt werden muss.

Das Grundgehalt eines Ministerpräsidenten beträgt 16.617,74 Euro brutto im Monat - plus Dienstaufwandsentschädigung von 766 Euro. Thomas Kemmerich ist verheiratet und erhält deshalb einen Familienzuschlag in Höhe von 153 Euro. Zusammen ergibt dies einen Betrag von 17.536,74 Euro.

Offenbar gibt es keinen extra Zuschlag für die sechs Kinder.

Besitzer einer Friseursalon-Kette

Thomas Kemmerich ist neben seiner Tätigkeit als FDP-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Unternehmer. Zu seiner Friseurkette mit dem Namen "Masson" gehören etwa 20 Salons in Erfurt, Berlin, Eisenach, Jena, Weimar, Sömmerda und Altenburg.

Der 54-Jährige ist in Aachen geboren und nach dem Mauerfall nach Erfurt gegangen - zunächst als Unternehmensberater, dann als Unternehmer und schließlich in die Politik.

Ist Kemmerichs Ruf jetzt dahin?

Allerdings gibt es immer mehr Anzeichen darauf, dass es im Vorfeld der Wahl vom Mittwoch doch eine Absprache zwischen Thomas Kemmerich und dem thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke gegeben hat. Kemmerich bestreitet das vehement. Doch viele halten den aufgetauchten Brief für authentisch.

Ob der Unternehmer den Schaden begrenzen kann, bleibt abzuwarten. Im Internet meint der TV-Moderator Jan Böhmermann Kemmerich sei auch "einfach n bisschen doof". Und auch seriöse Medien erinnern an seinem Beispiel daran, dass Hitlers NSDAP 1930 in Thüringen an die Regierung kam.

_Anmerkung der Redaktion: Wir haben diesen Artikel seit dem 6. Februar mehrmals aktualisiert.
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