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Schulen offen, keine Verbote: Kritik an Johnsons Corona-Kurs

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Schulen offen, keine Verbote: Kritik an Johnsons Corona-Kurs
Copyright  Simon Dawson/AP
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Nach harscher Kritik verschärft Großbritannien seinen Kurs im Kampf gegen das Coronavirus. Bislang war Boris Johnsons typisch britische Devise: Abwarten und Tee trinken. Maßnahmen oder Verbote wie in anderen europäischen Ländern gibt es nicht.

Johnsons Sinneswandel

Die Menschen sollten sich möglichst schnell infizieren, damit sie bald immun sind – und das Virus nicht im Herbst mit voller Wucht zurückkehrt, so Johnsons Argument.

Doch nach eindringlichen Warnungen durch britische Ärzte, Pfleger und die WHO vollzog er jetzt die Kehrtwende. "Es ist an der Zeit, dass jeder auf nicht unbedingt notwendigen Kontakt zu anderen Menschen und auf alle unnötigen Reisen verzichten muss", sagte Johnson gestern in London. "Menschen sollten anfangen, von zu Hause aus zu arbeiten – sofern das geht. Sie sollten zudem Bars, Clubs, Theater und andere Einrichtungen dieser Art meiden."

Inzwischen rät Johnson von nicht notwendigen Reisen ab.

Zahl der Toten steigt rapide

Vorerkrankte, Schwangere und über 70-Jährige sollten sich wenn möglich isolieren, so Johnson weiter. Dies seien "dringliche Empfehlungen". Doch vielen Briten geht das nicht weit genug. In weißen Schutzanzügen demonstrierten mehreren Dutzend Menschen in der Downing Street gegen das aus ihrer Sicht zu lasche Krisenmanagement.

Johnson denke weiter nur an die Wirtschaft, nicht an die Menschen. Ihre Forderung: Schulen und andere öffentliche Einrichtungen müssten geschlossen und endlich mehr Briten getestet werden. Bislang liegt die offizielle Zahl der Infizierten in Großbritannien bei über 1500 – doch die Dunkelziffer wohl um ein Tausendfaches höher, warnen Experten. 56 Briten hat Covid-19 bereits das Leben gekostet, in den letzten Tagen stieg die Zahl rapide an.