Aus der Not eine Tugend: Unternehmen rüsten um

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Eine Möbelfabrik in Polen stellt Atemmasken her, eine Ginbrennerei macht jetzt in Desinfektionsmittel. Die Coronakrise weist vielerorts neue Wege.

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Die Gesundheitssysteme in Europa laufen Gefahr, nicht genug Nachschub an nötigem Material zu bekommen. Viele Unternehmen haben daher ihre Produktion umgestellt, um die Nachfrage zu decken.

Diese Möbelfabrik im polnischen Mielno nutzt die vorhandenen Arbeitsplätze zur Herstellung von Gesichtsmasken. Dorota Bala ist eine der Arbeiterinnen: "Es ist einfach, zumindest einfacher als das Aufpolstern von Möbeln. Eine Maske dauert etwa zwei Minuten."

Die Masken werden im EU-Standard produziert und gehen an Krankenhäuser und andere Einrichtungen in ganz Polen.

Auch große Modeunternehmen wie Inditex in Spanien oder Louis Vuitton in Frankreich gehen diesen Weg.

Atemventile aus dem Drucker

Ein Unternehmen im italienischen Brescia ist eigentlich auf Erdbebensensoren und Fahrradbauteile spezialisiert. Nun entstehen dort Ventile für Beatmungsmasken, im 3-D-Drucker. Ingenieur Alessandro Romaioli beim Unternehmen Isinnova:

"Man sagte uns, dass sie gut funktionieren und dass man sie an Patienten ausprobiert habe, mit guten Resultaten. Dann wollten sie weitere einhundert."

Der Prototyp wurde patentiert, das Design aber ist rechtefrei, so dass auch andere die Teile drucken können.

Desinfektionsmittel statt Gin

Eine Distillerie in Schottland hat die Produktion ihres preisgekrönten Gins eingestellt und produziert jetzt Handdesinfektionsmittel. Andrew Mackenzie ist Inhaber von Verdant Spirits:

"Gin macht man mit Alkohol und davon kaufen wir ziemlich viel. Aber wir stellen ihn auch selbst her. Und das ist für uns der Schlüssel, um Desinfektionsmittel herzustellen."

Die Produktion von 100 Litern kostet 2.500 Euro. Eine Crowdfunding-Aktion hat geholfen, das Desinfektionsmittel für medizinisches Personal in der Gegegend kostenlos zur Verfügung zu stellen.

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