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Mundschutz in der Metro: Lyon bereitet sich auf Maskenpflicht vor

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Mundschutz in der Metro: Lyon bereitet sich auf Maskenpflicht vor
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Wie bereitet man eine französische Großstadt ohne Überstürzung auf den schrittweisen Ausstieg aus Ausgangssperre vor?

Diese Frage stellt sich unter anderem die 1,4 Millionen-Einwohnerstadt Lyon. Noch sind die Straßen leer, die Läden geschlossen, die Terrassen der Cafés hoffnungslos verwaist.

Auch unter der Erde ist es in der Metro gespenstisch ruhig. Doch das dürfte sich in zwei Wochen schlagartig ändern. Wer dann den öffentlichen Nahverkehr benutzt, muss Mundschutz tragen. Landesweit. Viele tun's jetzt schon freiwillig.

"Ich finde das völlig normal", sagt eine Frau mit Mundschutz in der U-Bahn. "Die Frage ist nur, wird auch jeder einen Mundschutz bekommen?"

Nur jeder Zweite trägt Maske

Die andere große Frage: Werden sich die Menschen daran halten? "Ich arbeite seit Beginn der Ausgangssperre und habe festgestellt, dass nur jeder Zweite in der Metro Maske trägt.

Zwei Wochen vor Beginn der Mundschutzpflicht, haben die Lyoner Verkehrsbetriebe nicht auf Anweisungen aus Paris gewartet. In allen Bahnhöfen werden Maskenaustomaten aufgestellt, die pro Kit jeweils zwei Masken und eine Flasche Desinfektionsmittel enthalten.

Auch Geräte zur kontaktlosen Händedesinfektion sollen installiert werden. Trotzdem könnte es schwierig werden, in überfüllten U-Bahnen den Mindestabstand von einem Meter einzuhalten.

Fouziya Bouzerda, die Präsidentin des regionalen Verkehrsverbunds SYTRAL, sagt dazu: "Wir werden Schilder aufstellen und die Abläufe in den Bahnhöfen organisieren, es wird getrennte Ein- und Ausgänge geben, auch Ansagen über Lautsprecher und Mitarbeiter, die informieren und auf den Standort der Maskenautomaten hinweisen. Aber natürlich können wir nicht jeden Bus kontrollieren."

Freie Fahrt für Fahrräder

Für Mundschutz sorgt der öffentliche Nahverkehr nicht allein. Die Stadt Lyon hat zwei Millionen Masken bestellt, die nun von den Apotheken verkauft werden dürfen.

Angesichts Hunderttausender Kunden pro Tag stellt sich die Frage: Wird es in den U-Bahnen und Bussen genug Masken für alle geben? Eine andere Lösung besteht darin, die Nutzung alternativer Verkehrsmittel zu erleichtern.

Lyon war eine der ersten europäischen Städte, die Leihfahrräder einführte, das will die Stadt nun zusätzlich fördern, sagt David Kimelfeld Präsident der Metropole Lyon. "Wir werden sogenannten taktischen Urbanismus betreiben durch die Schaffung zusätzlicher, vorübergehender Radwege, die zum Beispiel eine Fahrspur für Autos ersetzen. Andernorts werden wir die Gehwege verbreitern, um die Fortbewegung von Fußgängern zu erleichtern."

Die Stadt setzt zudem darauf, dass Firmen weiterhin Arbeit im Homeoffice ermöglichen und Schulen nur schrittweise ihre Schüler zurückholen, um zu verhindern, dass zu viele Menschen auf einmal in Bahn und Bus strömen.