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Palmer entschuldigt sich dann doch nach Sprüchen gegen Ältere

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Der Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer gehört zu den Unterzeichnern des Kommentars im SPIEGEL, in dem ein Ende des Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie gefordert wurde. An diesem Dienstag legt der Grünen-Politiker nach und sorgt für einen Schock, besonders bei seinen Parteifreunden. Einige Grüne sprechen von einer "Entgleisung" und davon, dass Palmer zur "Brutalisierung" der öffentlichen Debatte beitrage. Im Internet hagelt es Kritik - und es gibt ein wenig Unterstützung.

Im Gespräch mit SAT-1 hatte Palmer erklärt: "Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr wegen ihres Alters oder wegen schwerer Vorerkrankungen sowieso tot wären." Er sagte auch: "Wenn Sie die Todeszahlen durch Corona anschauen, dann ist es bei vielen so, dass viele Menschen über 80 sterben - und wir wissen, über 80 sterben die meisten irgendwann."

Der 47-Jährige meint, die Schließungen förderten die Armut und könnten zum Tod von einer Million Kindern führen.

Den SPIEGEL-Kommentar hatte Boris Palmer zusammen mit dem Virologen Alexander Kekulé, dem Philosphen Julian Nida-Rümelin, dem Wirtschaftswissenschaftler Christoph M. Schmidt, dem Ökonomen Thomas Straubhaar sowie der Schriftstellerin und Richterin Juli Zeh unterzeichnet.

Von der FAZ dazu befragt, ob er sich nicht für seine Aussagen entschuldigen wolle, sagte Palmer: "Ich weiß nicht, wie ich mich für Fakten entschuldigen könnte."

Später rudert Palmer zurück

Danach erklärte der Tübinger OB aber gegenüber dpa: "Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen." Falls er sich "da missverständlich oder forsch ausgedrückt" habe, tue es ihm leid. "Ich habe darauf hingewiesen, dass die Methode unseres Schutzes so schwere Wirtschaftsschäden auslöst, dass deswegen viele Kinder sterben müssen. Das will ich nicht hinnehmen und fordere einen besseren Schutz unsere Risikogruppen ohne diese Nebenwirkungen."

Gleichzeitig meinte FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, die Zahlen des Robert-Koch-Institus seien "politisch motiviert".

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