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Hydroxychloroquin bei Covid-19 nicht wirksam - 2 neue Studien

Hydroxychloroquin: Die USA bestellten riesige Menschen aus Indien.
Hydroxychloroquin: Die USA bestellten riesige Menschen aus Indien.   -   Copyright  Manish Swarup/AP
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Hydroxychloroquin ist keine wirksame Behandlung für mit Covid-19 erkrankte Patienten. Zu diesem Ergebnis kommen zwei neue Studien.

Französische Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Derivat des Malariamedikaments Chloroquin das Risiko einer Einweisung auf die Intensivstation oder des Todes bei Patienten, die mit einer Lungenentzündung aufgrund von Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, nicht signifikant reduziert.

Einem chinesischen Forscherteam zufolge hilft Hydroxychloroquin nicht schneller als die Standardbehandlungen bei hospitalisierten Covid-19-Patienten - unabhängig ob diese eine "milde" oder "moderate" Form von Covid-19 haben. Im Gegenteil: In der Studie wird sogar explizit vor den Nebenwirkungen gewarnt.

"Zusammengenommen unterstützen diese Ergebnisse nicht die Verwendung von Hydroxychloroquin als Routinebehandlung für Patienten mit Covid-19", fasst die britische medizinische Fachzeitschrift BMJ, die die beiden Studien veröffentlicht hat. zusammen.

Überlebensrate von 91% ohne Behandlung und 89% mit

In der ersten Studie in Frankreich wurden 181 erwachsene Patienten, die mit einer Lungenentzündung als Folge einer Coronavirus-Infektion untersucht. Ihre Zustand erforderte Unterstützung zum Atmen.

84 dieser Patienten erhielten täglich Hydroxychloroquin, 97 Patienten wurden herkömmlich behandelt.

Ob sie das Medikament erhielten oder nicht, machte keinen Unterschied bei der schwere der Erkrankung. "Hydroxychloroquin hat weltweit Aufmerksamkeit als potenzielle Behandlung für Covid-19 nach positiven Ergebnissen aus kleinen Studien erhalten. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützen jedoch nicht die Anwendung bei Patienten, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden und Sauerstoff benötigen", schlussfolgerten Forscher aus mehreren Krankenhäusern im Großraum Paris.

30 Prozent der Covid-Patienten mit Hydroxychloroquin hatten Nebenwirkungen

An der zweiten Studie nahmen 150 Erwachsene teil, die in China mit überwiegend "leichten" oder "moderaten" Formen von Covid-19 hospitalisiert waren. Die Hälfte erhielt Hydroxychloroquin und die Hälfte nicht.

Auch wie schnell der Virus verschwand wurde durch die Einnahme des Medikaments nicht beeinflusst. Darüber hinaus traten bei 30% der Personen, die Hydroxychloroquin erhielten, unerwünschte Ereignisse auf (am häufigsten war Durchfall), verglichen mit 9% der Personen, die kein Hydroxychloroquin einnahmen.

Mitte April hatten Forscher der US-Eliteuni Yale bereits gewarnt, dass bei Patienten mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin-Behandlung die Sterberate sogar höher liegt.

Chloroquin und sein Derivat Hydroxychloroquin werden seit Jahrzehnten zur Prävention und Behandlung der Malaria eingesetzt.

In Frankreich wirbt der umstrittene französische Professor Didier Raoult dafür, das Medikament in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin bei Patienten zu Beginn ihrer Erkrankung einzusetzen.

In Europa hatte bereits Anfang April die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gewarnt, Covid-19-Patienten aufgrund des hohen Nebenwirkungspotentials nur innerhalb von klinischen Tests oder Notfällen mit den Malaria-Mitteln Chloroquin und Hydroxychloroquin zu behandeln.

Auch der US-amerikanische Präsident, Donald Trump, hatte sich schon früh - vor der Prüfung durch klinische Tests - für den großflächigen Einsatz ausgesprochen.