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Läden in Lyon nach der Corona-Sperre: Die Zeiten bleiben hart

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Läden in Lyon nach der Corona-Sperre: Die Zeiten bleiben hart
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56 Tage hat die Warterei gedauert. Am 11. Mai um 10 Uhr morgens erwachten die Geschäfte in Lyon in Südost-Frankreich wieder zum Leben ....

An diesem ersten Tag nach der Corona-Kontaktsperre waren ein paar Kunden schon da, bevor sich die Schutzgitter öffneten.

Eine Konsumentin:

“Es geht gar nicht so sehr darum, jetzt irgendwas zu kaufen. Die Sache ist, loszugehen, ohne eine Genehmigung dabeihaben zu müssen. Einfach nur in den Stammgeschäften vorbeischauen.”

Dessous für die Einen, Haar-Zwangslagen bei anderen... diesen Friseurladen traf eine wahre Flutwelle von Kunden..... Ergebnis: 600 Termine, ausgebucht für die nächsten 10 Tage.

Ein Kunde:

"Ich wollte kein Risiko eingehen, ich wollte keine Niete ziehen. Also habe ich gewartet – und zwar eine sehr lange Zeit"

Endlos lange hat auch die Friseurin auf diesen Moment gewartet – zwei Monate war sie ohne Arbeit.

“Ja, ich habe es vermisst – ein gutes Gefühl, Leute zu sehen. Das fühlt sich sehr gut an”

Aber die neue Normalität hinterlässt ihre Spuren – viel hat sich verändert. Hydroalkoholisches Gel am Eingang, Abstand zwischen Kunden und Schutzmasken für alle Friseure und für alle Kunden.

Walid Benstaali, Besitzer des Friseurladens “Industrie Barbershop”:

“Es war sehr kompliziert, aber wir hatten das Glück, die Dinge sehr frühzeitig angepackt zu haben. Zu Beginn der Sperrung Ende März haben wir angefangen, nach Schutzmasken zu suchen. Wir dachten uns schon, dass die mal Pflicht werden, wenn sich die Dinge wieder normalisieren.”

Während die Einen Sitze desinfizieren, stellen andere ihre Arbeitsplätze komplett neu auf. In dieser Buchhandlung musste der ganze Raum neu aufgeteilt werden, per Bodenmarkierung. Das Ziel: Ja nicht mehr als 2 Kunden zur gleichen Zeit. Für Buchhàndlerin Maya sind die dunkelsten Tage vorbei, aber finanziell scheint sie noch lange nicht über den Berg.

Maya Flandin, Besitzerin der Buchhandlung "Vivement Dimanche":

"Das ist absolut dramatisch für einen Buchladen. Buchhandlungen sind die am wenigsten profitablen von allen Geschäften. Das bedeutet, man hat keine Reserven, Kredite bleiben als einzige Lösung. Aber Sie wissen auch, irgendwann endet das Ganze an einer Mauer aus Schulden."

Und für Manche geht die Erholung auch noch gar nicht gleich los. Foucault und sein Partner Dimitri wollten eigentlich am 1. Mai ihr Bekleidungsgeschäft “made in France” eröffnen. Aber die Kontaktsperre blockierte alles. Eine logistische Herausforderung, ausgerechnet zum Auftakt eines unternehmerischen Abenteuers.

Foucaud Magnon-Pujo, Maison FT:

“Das ging schon mit dem Ausbau-Material los: Der Maler konnte keine Farbe finden, der Zimmermann kein Holz. Und da unsere Kleidung in Frankreich und Portugal hergestellt wird, kamen auch diese Lieferungen verzögert."

Guillaume Petit, Euronews:

“In all diesen Läden spürt man Erleichterung, aber die Zeiten bleiben hart. Es wird Monate dauern, sich nach der Corona-Kontaktsperre wieder hochzurappeln. Und so mancher wird es wohl nicht schaffen.”

Guillaume Petit, su mit AFP