Covid-19 in Lissabon: Seuchenrisiko Armut

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Seixal, ein Vorort von Lissabon: Der Jamaica-Slum ist der jüngste Schwerpunkt der Covid-19-Infektion in Portugal. Viele dort haben laut lokalen Experten keinen Cent übrig für Atemschutzmasken oder Handwasch-Seife

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Der Ort klingt für die Einen nach Reggae und Bob Marley, für andere ganz aktuell nach Covid-19: Seixal, ein Vorort von Lissabon. Der Jamaica-Slum in Seixal ist der jüngste Schwerpunkt der Covid-19-Infektion in Portugal.

Die Gesundheitsbehörde (DGS) hat bereits die Existenz von 16 Fällen bestätigt, sogar der Präsident der Republik kam während eines Treffens zur epidemiologische Lage im Land darauf zu sprechen.

Marcelo Rebelo de Sousa, Staatspräsident:

“Mit besonderer Aufmerksamkeit und Besorgnis beobachten die Gesundheitsbehörden die Lage in der Region Lissabon und Im Tejo-Tal: Sie scheint, sagen Experten, etwas mit den sozioökonomischen Bedingungen zu tun zu haben.”

KEIN CENT FÜR ATEMMASKEN ODER HANDWASCHSEIFE

Die sozioökonomischen Bedingungen heißen: Armut. In unvollendeten Wohnblocks aus unverputztem Backstein leben in Jamaica rund 170 Familien mit afrikanischen Wurzeln.

Die Nachbarschaftscafés wurden als Problem genannt, aber für den Präsidenten des lokalen Sozialentwicklungs-Vereins (Vale dos Chícharos' Social Development Association) ist das nicht das einzige.

Salimo Mendes, Präsident des Sozialentwicklungs-Vereins "Vale dos Chícharos":

“Es gibt Leute, die keine fünfzig Cent am Tag haben für Lebensmittel, um ihre Bäuche zu füllen. Woher sollen die sechs Euro nehmen oder dreißig, für Masken und für Seife, um ihre Hände zu waschen?”

Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben die Schließung der Cafés und Bars im Jamaika-Viertel für zwei Wochen angeordnet.

Allerdings, so Salimo Mendes, kamen 95 % der Menschen, die dort ein- und ausgingen, von außerhalb des Viertels.

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