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Empörung im Kosovo nach Thaçi-Anklage: "Heiliger Befreiungskrieg wird entstellt"

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Hashim Thaçi im Dezember 2018
Hashim Thaçi im Dezember 2018   -   Copyright  ARMEND NIMANI/AFP or licensors
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Die Anklage Hashim Thaçis und weiterer ehemaliger Unabhängigkeitskämpfer durch das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag schlägt im Kosovo hohe Wellen.

Auch Kadri Veseli, Vorsitzender der Partei PDK und in diesem Amt Nachfolger Thaçis, gehört zu den Beschuldigten.

"Alle Spitzen der Befreiungsarmee des Kosovo sind für unschuldig erklärt worden. Das spricht dafür, dass die Verbrechen im Kosovo von Serben und nicht von Albanern begangen wurden. Die Erklärung der Anklage ist ein weiterer Versuch, die Geschichte neu zu schreiben, indem die Wahrheit über unseren heiligen Befreiungskrieg entstellt wird", so Veseli.

Veseli und Thaçi waren während des Kosovokrieges führende Mitglieder der paramilitärischen Gruppierung Befreiungsarmee des Kosovo, UÇK. In der Anklage des Haager Gerichts werden ihnen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

"Das Gericht ist ungerecht"

"Das Gericht ist ungerecht, weil es nur Soldaten der Befreiungsarmee des Kosovo verurteilt, es verurteilt nur eine Nationalität. Wir wissen, dass Serbien im Kosovo Verbrechen begangen hat", sagt ein Mann. Ein anderer meint: "Das sind sehr ernste Anschuldigungen. Ich hoffe, dass die sich als unwahr erweisen und wir beweisen, dass wir einen sauberen Krieg geführt haben."

Thaçi, seit April 2016 Präsident der Republik Kosovo, weist die Anschuldigungen zurück und wähnt politische Gründe hinter der Anklage. Die für das Wochenende in Washington anberaumten Gespräche mit Serbien sagte er ab.