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Serbien-Kosovo-Gipfel: Die USA drücken auf die Tube

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Der US-Sondergesandte Richard Grenell (Bildmitte)
Der US-Sondergesandte Richard Grenell (Bildmitte)   -   Copyright  THOMAS KIENZLE/AFP or licensors
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Am Sonntag findet in Serbien die Parlamentswahl statt, die eigentlich bereits im April hätte abgehalten werden sollen. In einem gemeinsamen Zeitungsartikel betonten Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein serbischer Amtskollege Ivica Dačić jüngst die enge Verbindung ihrer Länder.

Nicht nur Russland bemüht sich eingehend um Serbien. Jelena Milić vom Zentrum für Euro-Atlantische-Studien meint: „Wir befinden uns zweifellos in einem Machtkampf. Für die Vereinigten Staaten ist Südosteuropa ein strategisch sehr wichtiges Gebiet.“

US-Regierung veranstaltet Serbien-Kosovo-Gipfel

Die US-Regierung will Ende des Monats in Washington Gespräche mit den Regierungen Serbiens und des Kosovo führen. Die Kernfrage ist die Unabhängigkeit des Kosovo, die Serbien nicht anerkennt. Von der Europäischen Union eingeleitete Gespräche brachen 2018 ab.

„Die Europäische Union hat sich ins Abseits gestellt. Es gibt ein Ringen um die Macht zwischen Verbündeten, der EU und den Vereinigten Staaten. Ich hoffe, dass die Nato diese Schwierigkeiten diesmal friedlich lösen wird“, so Milić.

1999 griff die Nato in den Kosovokrieg ein und Ziele im damaligen Jugoslawien an. Mit rund 4000 Soldaten ist das Bündnis im Rahmen der KFOR-Mission noch im Kosovo vertreten.

Seitens der USA ist der ehemalige Deutschland-Botschafter Richard Grenell als Sondergesandter für Serbien und das Kosovo zuständig. Er betont, dass wirtschaftliche Fragen im Vordergrund stehen, um die Regierungen in Belgrad und Pristina einander näherzubringen. Und die Nato?

Stoltenberg unterstützt Gespräche

„Ich bin zuversichtlich, dass die Nato-Verbündeten der KFOR-Mission verbunden bleiben. Wir werden gleichzeitig einen Neubeginn der Gespräche zwischen Pristina und Belgrad stark unterstützen“, so Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

euronews-Reporter Jørgen Samsø kommentiert: „Kosovos Präsident hat den Vorstoß der USA in Richtung Friedensverhandlungen begrüßt. Der serbische Präsident sagte, die Frage einer möglichen Anerkennung des Kosovo komme während des Friedensgipfels im Weißen Haus nicht auf den Tisch.“