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Leere Skigebiete in den Anden: Behörden verhängen kommerziellen Notstand

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Schnee, aber keine Skifahrer. Bariloche, Argentinien, Screenshot von AFP TV
Schnee, aber keine Skifahrer. Bariloche, Argentinien, Screenshot von AFP TV   -   Copyright  AFP
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Weiße Hügel so weit das Auge reicht und und viel Neuschnee - eigentlich ideale Ski-Bedingungen in Bariloche am Fuße der Anden etwa 2.000 Kilometer südwestlich von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Doch wegen des Coronavirus steht in Bariloche alles still - mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft.

Gewerbetreibende und Behörden sprechen von einer wirtschaftlichen Katastrophe. Die Behörden haben für die ganze Region nun per Dekret den kommerziellen Notstand verhängt, nachdem die Gewerbetreibenden von Bariloche geklagt haben.

Néstor López Dávalos, Präsident des Gewerbeverbands Cerro Catedral: "Wir haben 32 Lifte und Hotelkapazitäten, Skischulen und Skiverleihe mit Ausrüstungen für mehr als 15.000 Menschen, wir haben Restaurants, Konditoreien und eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen, die dieses Jahr ungenutzt bleiben, die Menschen sind arbeitslos."

Zwischen Bergen und Seen gelegen, ist der Nationalpark Nahuel Huapi eines der beliebtesten Urlaubsziele Patagoniens. Mindestens 7.000 bis 8.000 Besucher pro Tag wären notwendig, um den reibungslosen Betrieb des Skigebiets zu gewährleisten. Der Mangel an Touristen bereitet den Menschen Zukunftsängste.

Belén García Bertone von Barisloches Tourismuskammer: "Wir befinden uns momentan in einer Situation, in der es sehr schwer ist, mit den Verlusten umzugehen. In einem Wintersportort wie unserem, mit einem so wichtigen Skizentrum in Patagonien, sind wir extrem besorgt über diese Zeiten, die wir jetzt durchleben müssen. Wir sprechen hier von etwa 20.000 bis 30.000 Gästen, die in diesem Juli nicht hierher kommen werden."

Die Verluste für den Juli - normalerweise der beste Monat des Jahres - werden auf umgerechtnet 43 Millionen Euro geschätzt. Etwa 15.000 Familien hängen in Bariloche vom Tourismus ab, mit rund 34.000 indirekten Arbeitsplätzen.