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So nutzt die italienische Mafia die Verweiflung während der Corona-Pandemie aus

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So nutzt die italienische Mafia die Verweiflung während der Corona-Pandemie aus
Copyright  Alessandra Tarantino/AP
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Die Corona-Pandemie hat dem organisierten Verbrechen neue Möglichkeiten eröffnet, die zunehmende Armut und Verzweiflung der Menschen auszunutzen.

Der Tag beginnt früh in Scampia, einem der ärmsten Stadtviertel Neapels, einst Zentrum des Drogenhandels der örtlichen Mafia, der Camorra. Marco - das ist nicht sein richtiger Name - und seine Familie haben es geschafft, nach dem Lockdown wieder an Arbeit zu kommen. Sie arbeiten schwarz.

Marco sagt: "Wir sind fünf Personen und haben quasi nichts zu Leben, zweihundert Euro, zweihundertfünfzig. Wir kommen zweimal pro Woche hierher, um etwas zu verdienen. Die illegale Arbeit ist nicht gut, aber man muss sie tun, um zu überleben."

So wie Marco hatten rund eine Million nicht angemeldete Abeiter während des zweimonatigen Lockdowns kein Einkommen und keine soziale Unterstützung. Das macht sie zu einer leichten Beute für das organisierte Verbrechen, sagt der nationale Anti-Mafia-Ankläger Federico Cafiero de Raho: "Die Armut ist das Einfallstor für die Mafia, sowohl für die Rekrutierung als auch für das Erlangen sozialer Macht."

Die Mafiagruppen haben es nicht nur auf den Teil den benachteiligten Teil der Bevölkerung abgeshen, sondern auch auf die vielen Unternehmen, die durch die Pandemie in Bedrängnis geraten sind. 20.000 haben nach dem Lockdown nicht wieder geöffnet und viele weitere werden vielleicht später schießen.

Mafia könnte zur "grö´ßten italienischen Bank" werden

Die große Liquiditätskrise nach der Pandemie trifft die kleinen und mittleren Unternehmen hart. Anti-Mafia-Verbände befürchten, dass das organisierte Verbrechen zur größten italienischen 'Bank' werden könnte. Das kann auch der Präsident der Confesercenti Interregionale für die Region Kampanien, Vincenzo Schiavo, bestätigen: "Wenn wir jetzt nicht bereit sind, den Unternehmern zu helfen, die sich in großen Schwierigkeiten befinden, werden diese sich wahrscheinlich an diejenigen wenden, die die Mittel haben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die organisierte Kriminalität muss ihr illegales Geld waschen und kann daher Unternehmen finanzieren."

Experten befürchten, dass die Aktivität von Kredit-Haien in der Region in diesem Jahr bis zu 30 Prozent zunimmt.

Die gesamte Reportage zum Thema demnächst in Unreported Europe auf Euronews.