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Hamsterkäufe im Nachbarland: Norweger räumen schwedische Läden leer

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Leere Kühltruhe
Leere Kühltruhe   -   Copyright  TV2/EVN
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Wie ausgehungerte Wölfe fallen Norweger über schwedische Supermärkte her. Seit gut einer Woche dürfen sie wieder in die Provinz Värmland reisen, ohne sich nachher in Quarantäne begeben zu müssen.

Im schwedischen Töcksfors, nur rund sieben Kilometer hinter der Grenze, liegt ein Einkaufszentrum, das von der norwegischen Kundschaft geradezu überrannt wird. Auch aus dem rund 100 Kilometer entfernten Oslo kommen Menschen, um in Töcksfors einzukaufen.

Bier, Wein und Zigaretten für die Enkel

Sie brauche Bier, Wein, etwas zu essen, Kleidung und verschiedene Sachen, so eine Frau. „Und Zigaretten für die Enkel“, lacht sie. Eine andere Kundin erläutert: „Ich brauche Schinkenspeck. Den habe ich in der Werbung gesehen, aber jetzt sind die Kühltruhen alle leer. Das ist schade.“

In Schweden sind im Vergleich zum Nachbarland Norwegen insbesondere Fleischwaren, alkoholische Getränke, Tabak und zuckerhaltige Lebensmittel weitaus billiger. 2019 wuchs der Grenzhandel in Schweden um 15,1 Prozent. Das wiederum machte der norwegischen Wirtschaft Sorgen, denn auf diese Weise fließt viel Geld ins Nachbarland ab.

70 Meter lange Schlange vor den Kassen

Torbjörn Swartz leitet einen Supermarkt in Töcksfors. „Einige Menschen, die Hamsterkäufe machen, sind nervös und beeilen sich, ehe die Grenze vielleicht wieder schließt“, sagt er. „Wir hatten vor unseren acht Kassen eine 70 Meter lange Schlange. Aus Sicherheitsgründen haben wir deshalb eine Zeit lang schließen müssen“, so Swartz.

Norwegen hat im Vergleich zu Schweden pro 100 000 Einwohner deutlich weniger Coronavirus-Ansteckungen und -Todesfälle. Die Zahl der neu gemeldeten Fälle in Schweden ist aber rückläufig - das freut auch die Händler.