Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Black Friday in der Sinnkrise - Shopping-Laune im Sinkflug

Access to the comments Kommentare
Von Tadhg Enright mit Euronews
euronews_icons_loading
Ein ´Kaufhaus in Boston. In Europa geht die Lust an der Schnäppchenjagd zurück
Ein ´Kaufhaus in Boston. In Europa geht die Lust an der Schnäppchenjagd zurück   -   Copyright  Michael Dwyer/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Der Schnäppchentag Black Friday ist zwar erfolgreich von den USA nach Europa exportiert worden, fällt in diesem Jahr aber in vielen Ländern weitgehend ins Wasser.

In England und Irland, aber auch in Frankreich sind nur Geschäfte mit lebensnotwendigen Waren geöffnet. Andere Läden bieten lediglich Außer-Haus-Verkauf.

Englische Konsumenten sind aber ohnehin nicht in bester Shopping-Laune, wie Euronews-Korrespondent Tadhg Enright auf den Einkaufsmeilen in London erfuhr.

Eine Frau meinte: "Wir versuchen alle, unser Geld etwas zusammenzuhalten. Deshalb bin ich nicht so spendierfreudig wie in den vergangenen Jahren."

Reporter: "Aber nutzen Sie Rabatte, wenn es sie gibt?"

Frau: "Ja, bei Bedarf. Aber in diesem jahr überlege ich genauer, ob ich etwas brauche oder nicht."

Ein anderer Passant sagte: "Ich werde nicht kaufen, nur weil heute Black Friday ist."

Eine junge Frau gestand: "In den vergangenen Jahren hab ich schon zugegriffen, aber nicht in letzter Zeit."

Reporter: "Warum nicht?"

Die junge Frau: "Die ganze Covid-Situation hält einen davon ab. Ich weiß es nicht so genau. Ich habe noch nicht das Gefühl, dass schon Weihnachtszeit ist."

Ein Mann sagte nüchtern: "Ich versuche das ganze Jahr über die besten Angebote zu finden. Ich glaube, sie erhöhen die Preise kurz vor dem Black Friday, damit es wie ein Schnäppchen aussieht."

Shopping-Laune im Sinkflug

Dies wird jedenfalls ein Weihnachten wie kein anderes sein. Der zweite Lockdown hat die Stimmung in London getrübt.

Vor der zweiten Welle gab über die Hälfte (51 Prozent) der englischen Konsumenten bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers an, dass sie am Black Friday einkaufen gehen wollten. Aber diese Zahl fiel auf nur 38 Prozent, nachdem der Lockdown wieder eingeführt wurde.

Am dramatischsten war der Stimmungsumschwung bei den jüngeren Käufern. 82 Prozent der 18- bis 25-Jährigen hatten geplant, am Black Friday einzukaufen; aber ihr Anteil sackte auf 44 Prozent.

Lisa Hooker von PricewaterhouseCoopers erläuterte die Zahlen: "Bevor wir die neuen Beschränkungen hatten, war das Verbrauchervertrauen wieder auf dem Niveau vor der Pandemie. Das lag daran, dass viele Leute während der Beschränkungen tatsächlich Geld gespart haben, weil man nicht in Urlaub fahren und ausgehen konnte. Dann kamen die neuen Ankündigungen, und ich denke, besonders die jüngere Generation macht sich Sorgen um ihre Berufsaussichten und ihr Geld. Einige der Arbeitsplätze der jüngeren Generation gehörten zu den am stärksten betroffenen Bereichen, und ich denke, das hat dazu geführt, dass ihre Zuversicht stark gesunken ist."

"Wichtiger, die Krise zu überstehen"

Szenen, wie man sie eigentlich am Black Friday erwartet: Schnäppchen locken Menschenmassen in die Innenstädte und Einkaufszentren. Aber in Wirklichkeit war es, zumindest in Großbritannien, schon immer hauptsächlich ein Online-Phänomen; und in diesem Jahr gilt das mehr denn je zuvor.

Tadhg Enright kommentierte in London: "In diesem Teil der Welt ist der Black Friday eine Tradition, die erst kürzlich von den Vereinigten Staaten übernommen wurde. Und viele Einzelhändler haben unterschiedliche Meinungen darüber, wie gut das für sie funktioniert. Für viele ist es einfach wichtiger, diese Krise zu überstehen und ihre Türen wieder zu öffnen, als eine Rabattschlacht an einem einzigen Tag."