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Seit 17 Jahren vermisst: DNA von Estelle Mouzin (damals 9) gefunden

Plakat zur Suche von Estelle Mouzin ARCHIV
Plakat zur Suche von Estelle Mouzin ARCHIV   -   Copyright  CBA/AFP
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Die damals neun Jahre alte Estelle Mouzin war im Januar 2003 in Guermantes im Osten von Paris verschwunden. Sie war nach der Schule nicht nach Hause gekommen. Jahrelang wurde nach dem Mädchen gesucht, sogar auf Milchpackungen war ihr Foto abgebildet.

Der Fall Estelle Mouzin hat Frankreich seit damals in Atem gehalten, doch bis heute ist die Leiche des Kindes nicht gefunden worden. Jetzt hat die Polizei DNA-Spuren von Estelle Mouzin auf einer Matratze im Haus einer verstorbenen Schwester des mehrfachen Mörders Michel Fourniret in den Ardennen nachgewiesen - offenbar vermischt mit der DNA anderer Opfer.

Der inzwischen 78-jährige Michel Fourniret ist wegen des Mordes an sieben Frauen und Mädchen verurteilt worden, die er auch vergewaltigt hatte. Das Haus bei Charleville-Mézières stand nach dem Tod seiner Schwester leer - und Fourniret soll sich dort aufgehalten haben.

Michel Fourniret leidet offenbar unter Gedächtnisverlust. Der verurteilte Mörder sagt, er könne sich nicht daran erinnern, was er mit Estelle Mouzin gemacht hat. Fourniret hatte aber im vergangenen März gegenüber der seit zwei Jahren mit dem Fall befassten Richterin Sabine Khéris gestanden, dass er für den Tod von Estelle Mouzin verantwortlich sei.

Michel Fournirets Ex-Ehefrau Monique Olivier hat Ende 2019 das Alibi, das sie ihm für den Zeitpunkt des Verschwindens von Estelle Mouzin gegeben hatte, zurückgezogen. An diesem Freitag hat sie zugegeben, dass ihr Ex-Mann Estelle Mouzin entführt und in dem Haus in den Ardennen gefangen gehalten hat. Monique Olivier hat auch erklärt, dass Fourniret das Mädchen vergewaltigt und erwürgt habe.

Inzwischen wird auch gegen die 71-Jährige ermittelt, die offenbar die Verbrechen jahrelang vertuscht hat.

Schon 2006 war Michel Fourniret ins Fadenkreuz der Ermittler geraten, weil er ein Foto von Estelle Mouzin auf einem Computer gespeichert hatte und weil er einen weißen Lieferwagen besaß, der zum Zeitpunkt des Verschwindens des Mädchens in derselben Gegend gesehen wurde.

Estelle Mouzins Vater klagt auch gegen den französischen Staat, weil dieser nicht genug unternommen habe, um seine Tochter zu finden.